Pressebericht vom 25.06.2021

Polizei München

  1. Mehrere Fälle von Callcenterbetrug durch „Falsche beamte“; zwei Tatverdächtige festgenommen – Stadtgebiet
Am Mittwoch, 23.06.2021, im Zeitraum von 09:30 Uhr bis 13:30 Uhr, erhielt eine über 80-Jährige einen Anruf in ihrer Wohnung in Moosach. Der Anrufer gab sich als beamter der Kriminal aus und fragte nach Bar, Schmuck und Wertsachen. Die gutgläubige Seniorin gab an, mehrere Tausend Euro Bar zu Hause zu haben, woraufhin der Kriminalbeamte sie aufforderte die scheine anhand der Seriennummern zu überprüfen.

Nun gab sich ein weiterer Täter als Angehöriger der Staatsanwaltschaft aus, der die über 80-Jährige aufforderte das bei der Kriminal abzugeben. Es wurde aber dann vereinbart, dass ein vermeintlicher beamter das bei ihr zu Hause abholen solle. Das Bar wurde dann später an einen Abholer übergeben.

Am Donnerstag, 24.06.2021, im Zeitraum von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, erhielt eine über 70-Jährige ebenfalls einen Anruf in ihrer Wohnung in Berg am Laim. Der Anrufer gab sich hier als Kriminalpolizist aus und gab an, dass ein Raubüberfall stattgefunden habe und dass die Wohnung der über 70-Jährigen in Gefahr sei.

Nun schaltete sich eine andere männliche Person in das Gespräch ein, der die Seniorin aufforderte mehrere Tausend Euro Bar bei ihrer Bank abzuheben, weil das dort nicht sicher sei. Gutgläubig hob sie das bei ihrer Bank ab und las in einem weiteren Telefonat dem vermeintlichen Polizisten die scheinnummern vor. Hierauf wurde ihr gesagt, dass es sich um Falsch handle, welches ein weiterer beamter bei ihr abholen würde.

Kurze Zeit nach dem Telefonat übergab die über 70-Jährige das abgehobene Bar an einen Mann, der mit dem wegfuhr.

Am Donnerstag, 24.06.2021, im Zeitraum von 15:30 Uhr bis 18:20 Uhr, erhielt ein über 60-Jähriger einen Anruf in seiner Wohnung in Neuhausen. Auch hier gab sich der Anrufer als beamter aus. Der Anrufer spiegelte dem über 60-Jährigen vor, dass bei ihm zu Hause eingebrochen werden solle und hierbei auch ein Bankangestellter involviert sei.

Der über 60-Jährige wurde vom Anrufer aufgefordert, mehrere Tausend Euro bei der Bank abzuholen, was der über 60-Jährige auch tat. Ein Abholer nahm das in Empfang und konnte unmittelbar nach der übergabe durch kräfte, die auf die Situation aufmerksam wurden, kontrolliert und festgenommen werden.

Bei dem Abholer t es sich um einen 22-Jährigen mit Wohnsitz im Landkreis Erding. Bei der Kontrolle seines konnten im Fahrzeug versteckt das Bar aus Fall 2 aufgefunden werden.

Gegen den 22-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des bandenmäßigen und gewerblichen Betruges eingeleitet.

Die AG Phänomene hat die Ermittlungen übernommen.

Im Rahmen der Ermittlungen erhärtete sich ein weiterer Tatverdacht gegen einen 21-Jährigen mit Wohnsitz in Freising. Die genauen Tathandlungen des 21-Jährigen bedürfen noch der weiteren Ermittlungen. Er wurde am Freitag, 25.06.2021, gegen 03:50 Uhr, in seiner Wohnung vorläufig festgenommen.

Zudem wurde im Rahmen der Ermittlungen bekannt, dass der 22-Jährige auch im Fall 1 der Abholer gewesen war. Hier ist der Verbleib des es Gegenstand der derzeitigen Ermittlungen.

Beide Tatverdächtige wurden der Haftanstalt des präsidiums überstellt. Im Laufe des Tages wird der Ermittlungsrichter über die Haftfrage entscheiden.

Falsche - oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass sie deshalb in der Wohnung mögliche - bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten.

Vergewissern Sie sich bitte durch einen selbstständigen Anruf beim notruf 110, ob es sich tatsächlich um einen beamten n könnte. Wenn Sie den notruf 110 anrufen, vergewissern Sie sich bitte, dass ein vorheriger Anruf auch definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde. Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, die sich nicht eindeutig legitimieren können.

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wenn Sie Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhalten, vergewissern Sie sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag bei Ihnen angerufen hat.

Machen Sie am Telefon niemals Angaben über Ihre finanziellen Verhältnisse und teilen Sie keine Bankverbindungsdaten mit.

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