30 Jahre deutsch-polnischer Freundschaftsvertrag: Ein Tag der Freude

B90Grüne Grüne Bundestagsfraktion / Stefan Kaminski

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Zum 30. Jubiläum der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags am 17. Juni erklärt Manuel Sarrazin, Sprecher für Osteuropa und Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe:

Der 30. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags ist ein Tag der Freude. Der Vertrag schaffte die Grundlagen für unsere festen, freundschaftlichen und zugewandten Beziehungen. Er schaffte aber noch viel mehr: Ohne die deutsch-polnische Freundschaft hätte die europäische Integration, wie wir sie heute kennen, nicht stattfinden können.

Der Vertrag schaffte viele Städtepartnerschaften, Bildungskooperationen, starke sbeziehungen und einen engagierten Austausch unserer Gesellschaften. Doch dieser Feiertag kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bei der Umsetzung unserer Aufgaben noch immer mangelt. Zum Beispiel bei gemeinsamen Zugverbindungen, die unsere Städte und Regionen stärker verbinden sollen, aber auch beim Unterricht der polnischen Sprache hier bei uns in .

Wir wünschen uns einen neuen Mut, in Fragen der gemeinsamen Geschichts noch mehr zu machen. Die Entwicklung eines Gedenkorts für die Opfer der deutschen Besatzung ist ein Meilenstein unserer bilateralen Beziehungen. Doch er beendet nicht die Debatte über unsere schwierige und traurige Vergangenheit. Es muss klar sein: Deutsche Sprachlosigkeit zu geschichtspolitischen Perspektiven mindert das Vertrauen in unsere Freundschaft. Hier braucht es mehr Engagement seitens der Bundesrepublik. Die deutsch-polnische Versöhnungsgeschichte ist einzigartig. Doch zur Versöhnung gehört, am Bewusstsein zu arbeiten, weiße Flecken aufzuarbeiten und ungesühnte Verbrechen anzugehen. Das haben Generationen vor uns begonnen; aber diese Herausforderung ist noch nicht vollendet.

Die bedingungslose Unterstützung der Bundesregierung für Nord Stream 2 hat das Verhältnis zu unseren polnischen Partner beeinträchtigt. Wir können nicht die Augen davor verschließen, dass das polnische Parlament nahezu einstimmig gegen die russische Prestige-Pipeline ist.

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