Martin Patzelt: “Wir müssen der Frau die Rolle zuerkennen, die ihr gebührt”

CDU-CSU

Frau Präsidentin! Frau Ministerin Giffey! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin in den Debatten hier sehr häufig der Letzte in der Runde, und deswegen wechsle ich mal die Perspektive; denn über die Stiftung wurde ja schon genug informiert.

Vor etwa 8 000 Jahren wurde in den Schöpfungsbericht – nach heutiger Übersetzung – Folgendes geschrieben: Und Gott schuf die Frau als eine ebenbürtige Gefährtin des Mannes. – Ebenbürtig! 8 000 Jahre hat es gedauert, und wir haben mit dieser Ebenbürtigkeit immer noch nicht genug angefangen, obwohl die großen monotheistischen Religionen – das Judentum, der Islam und auch das Christentum – sich genau auf dieses Buch berufen.

Damit, die Ebenbürtigkeit zu erkennen, haben wir aber tatsächlich immer noch große Probleme. Ich hebe das Erkennen deshalb hervor, weil wir in unserer Perspektive immer sehr von Geld und von Macht geprägt werden. Wenn wir die Macht und das Geld teilen – so sind ja auch viele unserer Vorlagen und Bemühungen –, dann denken wir immer, wir hätten für die Frauen schon das Beste getan. Frauen wollen aber nicht Männer werden.

(Steffi Lemke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ach? Das ist ja eine Erkenntnis!)

Genauso wie ich es als Mann schwer habe, mich in meiner neuen Rolle zurechtzufinden

(Steffi Lemke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Holla! Holla! Wir sind im 21. Jahrhundert!)

– lassen Sie mich mal ausreden; hören Sie einfach mal zu; das tut Ihnen gut –,

(Steffi Lemke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nee, das ist schwer, das anzuhören! Wirklich!)

so müssen wir auch einmal die Leistungen der Frauen über die vielen Jahrhunderte hinweg sehen. Wenn Frauen sich verweigern würden, wenn sie keine Kinder mehr zur Welt bringen würden, wenn sie nicht mit dem hohen Maß an Empathie ausgestattet tatsächlich Gesellschaft und Welt zusammenhalten würden,

(Steffi Lemke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Reden Sie über Männer! Das ist besser!)

was wäre denn dann?

(Beifall des Abg. Klaus-Dieter Gröhler [CDU/CSU])

Daran sehen wir, dass Frauen über die lange Zeit der Geschichte eine unerhörte Leistung erbracht haben. Ich denke, genau daran müssen wir uns jetzt ausrichten.

(Steffi Lemke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das müssen Sie überhaupt nicht! Sie haben es nicht verstanden!)

Wir müssen der Frau die Rolle zuerkennen in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben, die ihr gebührt, und diese auch anerkennen.

Dafür ist die Stiftung ein gutes Instrument, denke ich; denn sie kann durchaus, Frau Bauer, genau dieses atmende System sein. Die Satzung, so wie sie jetzt ist, gibt ihr durchaus die Möglichkeit. Ich halte sie für ein Signalsystem, das tatsächlich am Puls der Gesellschaft aufnimmt: Wo haben wir Handlungsbedarf? In einem großen Kommunikationssystem verortet, kann sie dann auch die Kommunikation zwischen Regierung und Parlament immer wieder herstellen. Der Gleichstellungsbericht wird dort verortet sein, und es soll nicht nur ein Bericht sein, sondern ein lebendiges Bemühen, dass die Frauen das sind, was ich mir wünsche und Gott sei Dank immer erfahren habe:

(Steffi Lemke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wir möchten nicht sein, was Sie sich wünschen! Das ist ja wohl der Hammer! Gehen Sie zurück ins letzte Jahrhundert! – Abg. Ulle Schauws meldet sich zu einer Zwischenfrage.)

eine wunderbare Gefährtin in meinem Leben.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

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