Postbank Wohnatlas 2021 / Prognose: Wo Wohneigentum bis 2030 an Wert gewinnt

26.04.2021 – 10:00

                

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Postbank Wohnatlas 2021 / Prognose: Wo Wohneigentum bis 2030 an Wert gewinnt
                Bonn (ots)

Neben Metropolen auch Städte wie Potsdam, Dresden und Leipzig im Aufwind Modellrechnung zeigt jährliche durchschnittliche Kaufpreisentwicklung

Am deutschen Wohnungsmarkt werden die Preise auch nach der Corona-Krise weiter steigen. Das zeigt der bank Wohnatlas 2021, für den Experten des Hamburgischen WeltsInstituts (HWWI) eine Kaufpreisprognose bis 2030 erstellt haben. Demnach ist vor allem in und um die urbanen Zentren mit weiteren Preisaufschlägen zu rechnen. In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte können Haus- und Wohnungsbesitzer*innen davon ausgehen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 real an Wert gewinnt.

Den mit Abstand stärksten Preisanstieg unter den sogenannten “Big Seven”, den größten deutschen Metropolen, wird s ohnehin schon teuerste Stadt erleben: Für prognostizieren die Experten bis 2030 ein jährliches Plus von real 1,99 Prozent. Rund 8.600 Euro pro Quadratmeter mussten Immobilienkäufer*innen in der bayerischen Landeshauptstadt im Schnitt bereits 2020 investieren. Auf den Plätzen zwei und drei im Metropolen-Ranking folgen Düsseldorf mit einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 1,09 Prozent und Berlin mit 1,07 Prozent. In Frankfurt am Main steigen die Preise bis 2030 jährlich voraussichtlich um 1,02 Prozent. Den langsamsten Anstieg unter den “Big Seven” dürfte Stuttgart erleben. Laut Prognosen liegt dort das jährliche Plus bis 2030 bei 0,78 Prozent.

Prognose: Preisentwicklung in den “Big Seven” der deutschen Städte 2020-2030

Reales durchschnittliches Preiswachstum pro Jahr in Prozent

Rang     Stadt                  Preistrend in %         Preis pro Qm 2020* 
1                        1,99%                   8.612,83
2        Düsseldorf             1,09%.                  4.527,72
3        Berlin                 1,07%                   4.972,69
4.       Frankfurt am Main      1,02%                   6.050,07
5.       Köln                   0,91%                   4.261,17
6.       Hamburg                0,91%                   5.568,99
7.       Stuttgart              0,78%                   4.844,37 
  • Wohnungen im Bestand in Euro

    Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI

Kaufpreisprognose nach dem HWWI-Wohnungsmarktmodell

In die Kaufpreisprognose für die 401 kreisfreien Städte und Landkreise sind Angebots- und Nachfrageentwicklung anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung sowie zu Wohnausgaben und Wohnungsangebot eingeflossen. Das HWWI-Wohnungsmarktmodell vollzieht nach, wie sich diese Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende der Modellrechnung steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2020-2030. Ausgewiesen wird der durchschnittliche jährliche reale Preistrend.

Preistreiber am Immobilienmarkt sind vor allem die demografischen sowie die s- und Einkommensentwicklungen in den einzelnen Regionen. “Die Corona-Krise zeigt bislang keine wesentlichen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt”, sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft bank. “Kurzarbeitergeld und andere Transferleistungen des Staates haben stabilisierend auf die Einkommen gewirkt. Die hat auch den Wohnungsbau kaum gebremst.” Auf mittlere Sicht sind Corona-Effekte allerdings nicht ausgeschlossen. “Das könnte etwa der Fall sein, wenn ganze szweige langfristige Einbrüche verkraften müssen und sich das in einzelnen Regionen auf die s- und Einkommensentwicklung auswirkt.”

Vorsicht vor überteuerten In-Vierteln

Die Metropolen und ihr Umland bleiben attraktiv, in zentralen Lagen übersteigt die Nachfrage vielerorts das Angebot, was die Preise weiter in die Höhe treibt. “Wer in einer Großstadt eine Eigentumswohnung sucht, sollte Angebote besonders genau prüfen. Einzelne Objekte etwa in den urbanen Szenevierteln könnten in einem überhitzten Markt überteuert angeboten werden”, sagt Grunwald. Sie rät Kaufinteressierten, sich am besten von einem Experten beraten zu lassen.

Positiver Preistrend im Süden und Nordwesten

Mit Ausnahme von sind die größten Preissprünge laut bank-Prognose aber nicht in den Metropolen zu erwarten. Fast durchgehend gute Rahmenbedingungen für Wohnimmobilien finden Eigentümer*innen und Kaufinteressierte vor allem im Süden und Nordwesten der Republik. Wer sich zum Kauf entschließt oder bereits eine Immobilie besitzt, darf hier bis 2030 mit Wertzuwächsen rechnen. Unter den Top Ten mit den höchsten prognostizierten Wertsteigerungen sind sieben bayerische Landkreise. Vier davon – die Landkreise , Erding, Ebersberg und Dachau – grenzen an und profitieren vom Boom der Landeshauptstadt. Die Landkreise Landsberg am Lech und Pfaffenhofen an der Ilm können zum erweiterten Speckgürtel der Isar-Metropole gezählt werden. s Nachbarkreise Starnberg und Fürstenfeldbruck sind zwar nicht in den Top Ten gelistet, weisen aber ebenfalls vergleichsweise hohe Wachstumsraten von 1,37 bzw. 1,34 Prozent auf.

Prognose: Top Ten der Preisentwicklung in den Regionen 2020-2030

Reales durchschnittliches Preiswachstum pro Jahr in Prozent in deutschen Kreisen und Städten

Rang  Stadt / Kreis         Bundesland        Preistrend in %     Preis pro Qm 2020* 
1     Erding, Landkreis     Bayern            2,23%               4.898,25
2     , Landkreis    Bayern            2,01%               6.583,61
3     Heilbronn, kreisfreie
                 Stadt      Baden-Württemberg 2,00%               3.405,95
4     , 
      Landeshauptstadt      Bayern            1,99%               8.612,83
5     Ebersberg, Landkreis  Bayern            1,99%               5.409,65
6     Landsberg am Lech, 
      Landkreis             Bayern            1,99%               4.740,22
7     Cloppenburg, 
      Landkreis             Niedersachsen     1,89%               2.441,87
8     Dachau, Landkreis     Bayern            1,78%               5.802,68
9     Pfaffenhofen a.d.Ilm, 
      Landkreis             Bayern            1,73%               3.945,66
10    Potsdam, Stadt        Brandenburg       1,72%               4.085,45 
  • Wohnungen im Bestand in Euro

    Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI

n zu den Metropolen

Weniger sprunghaft als in und Umgebung, aber fast durchgehend positiv wird die Preisentwicklung bis 2030 generell in den Speckgürteln der Metropolen sein. Die Studie zeigt aber auch, dass die Preise nicht nur in diesen großen urbanen Zentren weiter anziehen, sondern jenseits der Metropolen zahlreiche große und mittlere Städte ebenso begehrt sind. Preissteigerungen von im Schnitt einem Prozent oder mehr pro Jahr bis 2030 werden neben Heilbronn und Potsdam laut bank-Prognose auch für die kreisfreien Städte Landshut, Baden-Baden, Dresden, Leipzig, Mainz, Ingolstadt und Freiburg im Breisgau erwartet.

Eigenheim in schwächeren Regionen?

Wertverluste bei Immobilien drohen dagegen in strukturschwachen Regionen mit sinkenden Bevölkerungszahlen. Dies betrifft überwiegend Regionen in den ostdeutschen Bundesländern und im Ruhrgebiet, wie der bank Wohnatlas zeigt. “Deshalb müssen die Menschen dort nicht unbedingt auf den Umzug ins Eigenheim verzichten. Der Wohnungskauf auch in diesen Regionen kann ein wichtiger Baustein für die finanzielle Absicherung im Alter sein, wenn die Immobilie dann abbezahlt ist”, sagt Immobilien-Expertin Grunwald. Zudem müsse eine negative Preisprognose für einen Landkreis nicht zwangsläufig auf jedes Objekt zutreffen. “Über Wertsteigerungen entscheiden auch Lage und Ausstattung der Immobilie.”

Hintergrundinformationen zum bank Wohnatlas 2021

Der bank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Preisprognose, die den zweiten Studienteil des diesjährigen Wohnatlas darstellt, wurde unter der Leitung von Diplom-Volkswirtin Dörte Nitt-Drießelmann, Senior Researcherin beim Hamburger WeltsInstitut (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.

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bank – eine Niederlassung der Deutsche Bank AG
Oliver Rittmaier
+49 228 920 12126