Gemeinsames Gedenken an die Verstorbenen in der Corona-Pandemie

Bundesregierung

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Rund 80.000 Menschen sind gestorben, weltweit rund drei Millionen. Der Trauer um die Verstorbenen in der - Raum geben – aus diesem Anlass fand am Sonntag eine zentrale Gedenkveranstaltung in Berlin statt, an der auch Bundeskanzlerin Angela teilnahm. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte zu der Gedenkfeier geladen, deren Teilnehmerzahl wegen der pandemischen Lage stark begrenzt war. Auch die Vertreter der Verfassungsorgane waren anwesend: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Reiner Haseloff und der Präsident des s, Stephan Harbarth. Gemeinsam mit Angehörigen der Verstorbenen in der - und einem Vertreter des Diplomatischen Korps nahmen sie an einem Gedenkgottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in der Hauptstadt teil. Der Gottesdienst wurde live übertragen. Am Mittag folgte eine feierliche Gedenkveranstaltung im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt.

Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche

Am Sonntagmorgen läuteten die Glocken der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz in Berlin. Die Fahnen in der Hauptstadt hingen auf Halbmast. „Trauern und Trösten“ war das Motto des ökumenischen Gottesdienstes. Er enthielt neben christlichen auch jüdische und muslimische Elemente – ein Symbol für die Vielfalt und Individualität der an Covid-19 Verstorbenen. Während des Gottesdienstes sprachen auch ein Genesener, ein Pfleger und eine Künstlerin über ihre persönlichen Erlebnisse in der . Zwischen den einzelnen Wortbeiträgen wurde das Gedenken in der Kirche von Musik untermalt.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in , Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hatten gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in , Erzpriester Radu Constantin Miron, zu dem Gottesdienst eingeladen. Schauspieler Ulrich Noethen erinnerte zu Beginn der Veranstaltung daran, dass um heute 80.000 einzelne Schicksale getrauert werde: „Hinter jeder Zahl steht ein Name, ein Leben, eine Geschichte, Angehörige, die zurückbleiben“, sagte er. „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch.“

Begegnung mit einer Angehörigen und Kanzlerin Merkel beim Gottesdienst für die Opfer der Corona-Pandemie in der Gedächtniskirche.

Kanzlerin im Gespräch mit Michaela Mengel (l.). Sie hat ihre 23-jährige Tochter an Covid-19 verloren.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Gedenkveranstaltung am Gendarmenmarkt

Die anschließende Gedenkveranstaltung fand am Mittag im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt statt. Nach einem Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel eröffnete Bundespräsident Steinmeier die Veranstaltung mit einer Ansprache. „Wir sind ermüdet von der Last der , und wundgerieben im Streit um den richtigen Weg. Auch deshalb brauchen wir einen Moment des Innehaltens, einen Moment jenseits der Tagespolitik, einen Moment, der uns gemeinsam einen Blick auf die menschliche Tragödie der erlaubt“, sagte er. „Wir wollen und wir müssen der Menschen gedenken, die seit dem Beginn der gestorben sind. Wir wollen heute als Gesellschaft derer gedenken, die in dieser dunklen Zeit einen einsamen und oft qualvollen Tod gestorben sind.“

Auch de, während dieser Gedenkveranstaltung, würden Menschen auf den Intensivstationen mit dem Tod ringen, so Steinmeier. Er habe den Eindruck, dass „wir uns als Gesellschaft nicht oft genug bewusst machen, dass hinter all den Zahlen Schicksale, Menschen stehen.“ Ihr Leiden und ihr Sterben seien in der Öffentlichkeit oft unsichtbar geblieben. Eine Gesellschaft, die dieses Leid verdränge, werde als ganze Schaden nehmen.

Nach der Ansprache des Bundespräsidenten ergriffen Hinterbliebene das Wort, die durch die Angehörige verloren haben. Die Beiträge wurden von Namens- und Bildprojektionen der Verstorbenen begleitet. Die persönlichen Erlebnisse, die die Hinterbliebenen teilten, repräsentierten dabei die zahlreichen individuellen Schicksale, die die bereits zeichnete. Gemeinsam mit je einem der Vertreter der Verfassungsorgane stellten die Hinterbliebenen nach ihren Wortbeiträgen eine brennende Kerze in der Mitte des Raumes an einer mit Blumen geschmückten Gedenkstelle ab. Zwischen den kurzen emotionalen n sang der Rundfunkchor Berlin in einer zugeschalteten Videoinszenierung „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms.

Nach den Wortbeiträgen der Hinterbliebenen wurden, begleitet von Streichmusik, Fotos von Verstorbenen in der - an die Wände des Raumes projiziert. Diese Menschen stehen stellvertretend für all diejenigen, von denen sich Angehörige nur schwer oder gar nicht verabschieden konnten. Die Schwarz-weiß-Aufnahmen gaben den Menschen hinter den Zahlen ein Gesicht.

Gewidmet war die Gedenkveranstaltung außerdem den Menschen, die täglich großes Engagement und viel Kraft aufbringen, um die bekämpfung voranzutreiben. „Wir denken heute auch an die Ärztinnen und Ärzte, die Pflegerinnen und Pfleger, die in dieser Zeit Tag und Nacht um jedes Leben kämpfen, oft bis zur völligen Erschöpfung und nicht selten darüber hinaus. Wir denken an all jene, die in Krankenhäusern und Pflegeheimen, in der Seelsorge und in Hospizen bis zuletzt für Sterbende da sind, die versucht haben, ihnen trotz allem einen Abschied in Würde zu ermöglichen“, so Steinmeier. „Wir sind dankbar für ihre Fürsorge und ihre Nächstenliebe. Sie alle riskieren ihre Gesundheit, um für andere da zu sein. Nicht wenige haben sich, während sie ihren Beruf ausübten, selbst mit dem Virus angesteckt, einige sind gestorben. Auch ihnen wollen wir heute Ehre erweisen. Wir verneigen uns mit Respekt vor ihrem selbstlosen Engagement.“

Am Ende der feierlichen Gedenkstunde gedachten die Anwesenden still der Verstorbenen in der -. Ein ks Orchester spielte zum Abschluss die Europahymne und die Nationalhymne.

Anlass der Gedenkveranstaltung war das Gedenken an die zahlreichen Verstorbenen in der - seit Dezember 2019. Rund 80.000 Menschen starben bislang in an oder mit einer -Infektion. Weltweit liegt die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen aktuell bei drei Millionen.