Soko Radweg ermittelt nach Tötungsdelikt an Radfahrer

Polizei Oberfranken

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Übersichtskarte mit den Örtlichkeiten, Foto: Polizei

Am Mittwoch, 19. August 2020, gegen 0.45 Uhr, entdeckten Passanten auf dem Fuß- und Radweg zwischen der Dr.-Konrad-Pöhner-Straße und der Fraunhoferstraße den leblosen Körper des 24 Jahre alten Fahrradfahrer. Wie sich im Rahmen einer Obduktion herausstellte, starb der junge Mann aufgrund massiver Gewalteinwirkung unter Einsatz eines Messers. Die über 30-köpfige Sonderkommission ermittelt seitdem unter Hochdruck nach dem bislang unbekannten Täter. Mit Hilfe von Profilern der Operativen Fallanalyse (OFA) Bayern erstellten die Ermittler Hinweise zur Täterpersönlichkeit, die der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.Nach Meinung der Profiler te der Täter mit einem Zerstörungsbedürfnis. Dazu gibt es zwei mögliche Varianten.

Einerseits ist es denkbar, dass der Täter im Rahmen einer psychischen Auffälligkeit get hat. Hierbei sind Gefühle, wie irrationale Angst und die Abwehr subjektiv empfundener Bedrohungen, handlungsleitend. Es wäre denkbar, dass es zu einem gesteigerten Empfinden von Angst oder Verfolgungsideen oder einem Bedrohungserleben kam und dies dem sozialen Umfeld möglicherweise auch mitgeteilt wird. Bestehende Medikation wird oftmals nicht mehr oder unregelmäßig eingenommen. Damit verbunden sind häufig auch Phasen emotionaler Instabilität und Reizbarkeit. Dies kann zu einem erhöhten Ausmaß an Aggression im Umgang mit anderen Personen führen. Zur Abwehr der gefühlten Bedrohung kommt es dabei häufig zu einer Bewaffnung und dem permanenten Mitführen von Waffen oder waffenähnlichen Gegenständen.

Laut den Profilern wäre es nach der Tat denkbar, dass es zu einem sozialen Rückzug oder einer dauerhaften sozialen Isolation kommt. Damit einhergehend ist vorstellbar, dass therapeutische und ärztliche Termine nicht mehr wahrgenommen werden. Sofern es möglich ist, wäre auch ein überraschendes Verlassen der gewohnten Umgebung denkbar.

Andererseits wäre es aber auch möglich, dass die Tat der Umsetzung einer Tötungsphantasie diente. Der Täter setzt hierbei das Bedürfnis zur Tötung um, welches eventuell durch den Konsum von Medien mit Gewaltdarstellungen, beispielsweise s, Ego-Shooter-Spiele oder entsprechende Websites, forciert wurde. Im Vorfeld kann es dabei auch zur Beschäftigung mit entsprechenden Taten oder Ereignissen gekommen sein, die auch in Gesprächen thematisiert, vielleicht sogar eigene Ideen zur Nachahmung geäußert wurden. Häufig zeigen solche Täter eine hohe Affinität zu Waffen, haben das Bedürfnis mit diesen zu hantieren und auch zu posieren.

Nach der erfolgten Tatbegehung wäre es nach der Einschätzung der Profiler denkbar, dass, sofern möglich, die Gegend verlassen oder oder geografisches Vermeidungsverhalten eigt wurde. Ein auffallendes Interesse oder Desinteresse an der erstattung über das Delikt wäre ebenso als weitere Verhaltensweise vorstellbar.

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