Vertrauen in Impfkampagne nicht weiter verspielen

FDP

02.04.2021
Die Entscheidung, den AstraZeneca-Impfstoff nur noch an Menschen über 60 Jahre zu verimpfen, ist ein weiterer Rückschlag für die ohnehin derzeit stark kritisierte Impfkampagne der Bundesregierung. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen. FDP-Chef Christian Lindner sieht die Impfung als “wichtiges Signal” und fordert: “Dieser Impfstoff sollte nun in der Breite für alle Freiwilligen ohne Impfreihenfolge zugänglich gemacht werden, um Tempo zu gewinnen.” FDP-Gesundheitserin Christine Aschenberg-Dugnus verlangt mehr Transparenz bei der Auswertung der gesammelten Daten der Nebenwirkungen des Impfstoffes, um einen weiteren Vertrauensverlust der Bürger zu verhindern. Es müsse klarer kommuniziert werden, dass der Impfstoff für über 60-Jährige einen hocheffizienten Schutz bietet.

Sie warnt, man dürfe keine weitere Zeit beim Impfen verlieren, jeder Impftermin müsse genutzt werden und für die unter 60-Jährigen ein Ersatzimpfstoff gefunden werden.

Auch FDP-Gesundheitsexperte und Medizinprofessor Andrew Ullmann fordert jetzt eine umfassende Aufklärungskampagne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). “Die Bundesregierung steht jetzt am Wendepunkt ihrer -Impfkampagne”, so der Obmann der FDP-s im Gesundheitsausschuss. Gleichzeitig fordert auch Ullmann mehr Transparenz und eine informativere und zielführendere Aufklärungskampagne.

Jüngere Menschen haben derweil weiterhin die Möglichkeit sich nach Absprache mit einem Arzt und unter Abwägung der Risiken mit AstraZeneca impfen zu lassen. Laut Ullman ist das “eine gute Entscheidung, um die Impfkampagne gut und sicher weiterzuführen”. Der FDP-Gesundheitser stellt die Wirksamkeit des Impfstoffes AstraZeneca nicht in Frage, fordert aber mehr Transparenz bei den Risiken für Frauen unter 60 Jahren. Er mahnt, dass die nächsten Wochen über Erfolg und Misserfolg der Impfkampagne der Bundesregierung entscheiden werden.

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