Dr. Patrick Sensburg: “Wir suchen gemeinsam nach Lösungen”

CDU-CSU

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich kann vielen meiner Vorredner, auch denen von der Opposition, zustimmen, mit Ausnahme, so muss ich leider sagen, des Kollegen von der , was daran liegt, dass ich ihn in weiten Teilen leider nicht verstanden habe

(Heiterkeit bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)

und dass ich die Teile, die ich verstanden habe, nicht in einen Zusammenhang bringen konnte. – Von daher muss ich Sie leider ausnehmen. Aber allen anderen Vorrednern kann ich in weiten Teilen zustimmen.

Man sagt: Die Währung der ist Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Das gilt für alle en. Und wir sitzen auch alle in einem Boot; denn die Wählerinnen und Wähler unterscheiden nicht immer in Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Union, FDP, sondern es ist oft „die “. Das ärgert uns oft, weil wir uns manchmal eine größere Differenzierung wünschen; das wird uns allen so gehen. Aber es ist „die “. Deswegen sitzen wir in einem Boot.

Ich würde deswegen raten, dass vielleicht nicht immer auf den einen,

(Frank Schwabe [SPD]: Es ist nun mal immer der eine de! Alle von Ihnen, oder?)

der einen Fall hat und wo so etwas diskutiert wird, eigt wird. Wir haben es eben gehört, der Kollege Wiese hat es gesagt, ich will es nicht wiederholen. Wir haben in allen en ausreichend Fälle, die wir benennen könnten, insbesondere auch bei der in kürzerer Zeit; da ist nicht viel neu.

( []: Ich dachte, wir wollen nicht mit dem Finger zeigen, Herr Sensburg!)

Deswegen macht es Sinn, wenn wir nicht Fälle aufzählen – was ich deswegen de nicht gemacht habe –, sondern an Lösungen arbeiten, gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Es ist richtig, dass wir ein Lobbyregistergesetz diskutieren, auch eine gesetzliche Regelung. Wir diskutieren das schon lange im ; das ist richtig. Wir haben in der letzten Legislaturperiode eine Anhörung dazu gemacht. Wir haben in dieser Legislaturperiode im Herbst eine Anhörung dazu gemacht. Wir haben intensiv diskutiert. Manche en haben schon lange Vorschläge vorgelegt – die Bündnis 90/Die Grünen, die Die Linke –; auch die FDP ist in diese Richtung gegangen. Das haben wir miteinander diskutiert.

(Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja! Und?)

Da war nicht alles deckungsgleich. Bei dem Gesetzentwurf der Die Linke habe ich bei einer Sache ein großes Problem: dass der Lobbybeauftragte, der „Bundesbeauftrage für politische Interessenvertretung“, ohne richterlichen Beschluss Wohnungen durchsuchen kann. Da müsste man noch mal intensiv darüber nachdenken, ob so was verfassungskonform ist: dass ein Lobbybeauftragter, auch wenn es zu den üblichen Geschäftszeiten ist – so steht es in Ihrem Gesetzentwurf –, Geschäftsräume betreten und ohne einen richterlichen Beschluss durchsuchen kann – was nicht mal und Staatsanwaltschaft dürfen.

Sie merken: Inhaltlich liegen wir da teilweise sehr auseinander. Es ist angesprochen worden, dass der Entwurf, den die Union jetzt vorgelegt hat, vielleicht im Vergleich zu manchen Vorschlägen auch aus den Bundesländern gar nicht so schlecht ist.

Wir haben darüber diskutiert, wie kompliziert es ist, den Bereich von Aktienoptionen – wo man nicht weiß, welchen Wert sie entfalten – auch handhabbar zu machen und Regelungen zu finden. Wir wollen das regeln.

Und ich könnte mir vorstellen, dass wir irgendwann, wenn uns da richtig gute Ideen kommen, auch über das Thema „legislativer Fußabdruck“ n. In den Gesetzesvorschlägen mancher en

(Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wo ist denn Ihr Gesetzentwurf? Wo ist denn Ihr Gesetzentwurf? Seit Jahren kein Gesetzentwurf! Seit Jahren!)

steht zwar schon, in Klammern, „legislativer Fußabdruck“; das ist es aber nicht.

Wir können ja gemeinsam nach Lösungen suchen. Aber dann müssen wir – wie wir, die die Regierung übrigens mit einbeziehen – auch darüber nachdenken: Wann fangen wir an mit dem legislativen Fußabdruck? n wir vielleicht jetzt schon darüber, wer, lieber Konstantin von Notz, bei euch darüber t – BUND, NABU und andere –, wenn es vielleicht irgendwann Koalitionsverhandlungen mit uns gibt – wo ich mir übrigens noch gar nicht so sicher wäre; es gibt auch noch andere en in diesem Haus, die ein Interesse an einer Koalition mit uns haben könnten.

(Dr. Marco Buschmann [FDP]: Wir wollen aber in dieser Legislaturperiode noch etwas schaffen!)

Von daher: Dann muss man so früh anfangen, dass man auch schon vor die Koalitionsverhandlungen geht,

(Helin Evrim Sommer [DIE LINKE]: Das entscheiden die Wählerinnen und Wähler am 26. September!)

Koalitionsverträge mit einbezieht,

(Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Jetzt werden Koalitionsverhandlungen geführt! Als ob euch das Land gehört! Also wirklich!)

bis zum Gesetzentwurf in zweiter, dritter Lesung. Diese Diskussion müssen wir bitte hier gemeinsam führen; dann macht es Sinn. Natürlich gehört bei einem legislativen Fußabdruck schon ein Koalitionsvertrag mit einbezogen, oder etwa nicht?

(Helin Evrim Sommer [DIE LINKE]: Aber erst mal: Abgerechnet wird am 26. September! Die Wählerinnen und Wähler entscheiden! – Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Patrick, lies mal, was heute los ist!)

Das würde ich doch wohl hoffen. Von daher sieht man: Wer das schon ablehnt – –Lieber Konstantin, stell eine Zwischenfrage!

(Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Würde ich gern! Aber ich gleich noch!)

– Geht nicht; genau. – Von daher kann ich nur sagen: Lassen Sie uns doch alle, Schritt für Schritt,

(Helin Evrim Sommer [DIE LINKE]: Erst mal die Wahlen abwarten, und dann können wir über Koalitionen n!)

jetzt das Thema Lobbyregister anpacken.

(Dr. Marco Buschmann [FDP]: Dann mach mal! Scheunentorgroße Auswahl! Aber löchrig wie ein Schweizer Käse!)

Die Koalition hat einen Entwurf vorgelegt, von dem ich das Gefühl habe, er ist gar nicht schlecht. Die anderen Vorschläge haben wir übrigens im Geschäftsordnungsausschuss nicht abgesetzt, sondern es ist ja diskutiert worden, und dann haben wir es vertagt, weil es Sinn macht, die Vorschläge aller en dann auch gemeinsam zu diskutieren.

(Dr. Matthias Bartke [SPD]: So ist es!)

Ich habe die große Hoffnung, dass wir ein ganzes Stück weiterkommen, wenn wir das gemeinsam machen; das würde Konsens zeigen.

Danke schön.

(Beifall bei der CDU/CSU)