Michael Hennrich: “Wir brauchen mehr Personal zum Impfen”

CDU-CSU

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir beraten heute zwei Anträge der , einen zum Thema „Schutz von Risikogruppen“ und einen zum Thema „flächendeckende Antikörpertests“.

Ich habe diese Debattenwoche sehr intensiv verfolgt. Ich habe die vom Herrn Brandner gehört – eine einzigartige Hetz. Ich habe heute die vom Herrn Oehme gehört, in der er das Thema Impfen in einer beispiellosen Art und Weise diskreditiert hat.

(Zuruf von der SPD: Nichts Neues!)

Und: Ich habe vor Kurzem Ihre , Herr Schneider, zum Thema Antikörpertest gehört. Am Mittwoch dachte ich wirklich: Mensch, vielleicht ist das ein Punkt, über den man wirklich mal konstruktiv diskutieren kann. – Doch jetzt dieser Auftritt, und ich stelle mir wieder die Frage: Wo steht die beim Thema ?

Sie fordern Dinge, die wir teilweise schon längst umgesetzt haben. Sie nehmen Themen nicht richtig ernst. Sie bagatellisieren Infektionen von jüngeren Menschen. Ich habe diese Woche das Interview mit dem Handballtrainer des EHV Aue gelesen, der zwei Monate auf der Intensivstation lag, mit 47 Jahren. Ich habe in meinem Wahlkreis den Frank Stäbler, Ringerweltmeister, 67 Kilo, topfit, der eine Infektion hatte und heute 40 Prozent Leistungseinbuße hat. Deswegen ist es falsch, wenn Sie dieses Thema, was Jüngere angeht, einfach unterschätzen und bagatellisieren.

(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD, der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Sie erklären die für beendet und wollen die Einsetzung eines rates. Zum Thema Impfen: Es gibt keine vernünftige Argumentation dazu. Meine Bitte an die : Setzen Sie sich mal mit dem Thema vernünftig auseinander, und positionieren Sie sich klar. Es funktioniert einfach nicht, wenn man unterschiedliche Strömungen und Ansichten irgendwie unter einen Hut bringen will. Das hilft Ihnen nicht weiter. Sie haben bisher bei diesem Thema ja auch keinen Erfolg vorweisen können; das zeigen auch die Umfragewerte.

Ich möchte auf das Thema Antikörpertest eingehen, weil es wichtig ist, dass man sich mit der Frage fachlich auseinandersetzt. Ich gebe ganz offen zu, Herr Schneider: Als Sie am Mittwoch darüber gesprochen haben – der Herr Heidenblut hat sich mit der Frage ja auch auseinandergesetzt –, habe ich mich gefragt: Ist da vielleicht was dran? Ich will Ihnen eine fachliche Antwort geben. Sie haben in Ihrer am Mittwoch gesagt, dass die Dunkelziffer wahrscheinlich sechsmal so hoch ist. Falsch!

(Jörg Schneider []: Bis zu!)

Sie haben die obere Range genannt. Es wird gesagt: zwischen 2 und 6 Prozent.

Zweitens. Wir haben keine klare Erkenntnis, wie lange diese Antikörper wirken, wie lange sie vorhanden sind. Darüber gibt es keine klare Erkenntnis. Der springende Punkt ist: Jetzt machen wir flächendeckend Tests. Neben dem Impfen und neben den Schnelltests fangen wir an, auch noch Antikörpertests zu machen. Wenn Sie die verfolgt haben, haben Sie lesen können, dass es scheinbar Ministerpräsidenten gibt, die den Unterschied zwischen Laientest und Schnelltest nicht kennen. Warum soll das die Bevölkerung wissen? Wenn Sie denen jetzt auch noch mit Antikörpertests und Antigentests kommen, schaffen Sie Verwirrung pur. Deswegen glaube ich, dass das der falsche Weg ist.

Ich will noch einen Punkt ansprechen, der beim Thema Antikörpertest wichtig ist: So spannend das wäre, mit welchem Personal wollen Sie das schaffen?

(Zuruf des Abg. Jörg Schneider [])

Wir brauchen aktuell Personal zum Impfen, wir brauchen aktuell Personal für die Schnelltests. Es ist schwierig, Personal zu finden, das vor den Altenheimen steht. Und dann machen wir noch eine dritte Reihe für Antikörpertests auf? Ich glaube, das zeigt die ganze Absurdität dieses Antrags. Es wird schlicht und ergreifend mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Deshalb müssen wir diesen Antrag ablehnen.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Bärbel Bas [SPD])