Einsparpotenzial von 88 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr: Bauminister Seehofer muss Herstellung, Errichtung und Entsorgung von Gebäuden klimafreundlich machen

19.03.2021 – 07:50

  • Deutsche hilfe fordert Bauminister Horst Seehofer auf, unnötige Deponierung und Verbrennung von Bauabfällen zu stoppen, um und Ressourcen zu schonen
  • freundliche Herstellung und Recycling von Bau- und Dämmstoffen müssen zum Standard werden

    Anlässlich des heute stattfindenden globalen streiks fordert die Deutsche hilfe (DUH) Bundesbauminister Horst Seehofer auf, mit einem Sofortprogramm die Weichen für einen neutralen Bausektor zu stellen. Die nationalen schutzziele können nur erreicht werden, wenn Baustoffe freundlich hergestellt und die Wiederverwendung und das Recycling von Bauabfällen gesetzlich verpflichtend werden. Herstellung, Errichtung und Entsorgung von Gebäuden und Bauprodukten verursachen 88 Millionen Tonnen CO2-Emmissionen im Jahr. Durch den Einsatz freundlicher Bau- und Dämmstoffe, die Rückbaufähigkeit von Gebäuden und das Recycling können diese Emissionen weitgehend vermieden werden.

    Der Bausektor ist für mehr als die Hälfte des deutschen Abfallaufkommens verantwortlich. Dabei ist die Herstellung von Beton, Dämmstoffen und anderen Bauprodukten enorm intensiv. Bauminister Seehofer ignoriert diese Fakten und t mehr als verantwortungslos. Bei seiner Wohnungsbauoffensive war schutz nicht mal ein Randthema. Horst Seehofer muss endlich den Zusammenhang zwischen Bauen und schutz erkennen und aktiv werden. Zentral dabei ist, neben dem Energieverbrauch bei der Nutzung den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes in den Blick zu nehmen. Der extrem hohe Rohstoffbedarf sowie das massive Abfallaufkommen in Verbindung mit der Errichtung, Modernisierung und dem Abriss von Gebäuden müssen gesetzlich stärker berücksichtigt werden: Rückbaubare Gebäude aus nachhaltigen Materialien müssen zur Norm und auch unnötige Verbrennung und Deponierung von Bauabfällen müssen gestoppt werden“, fordert die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH Barbara Metz.

    Bau- und Dämmstoffe aus dem heutigen Rückbau von Gebäuden landen bislang weitestgehend in der Verbrennung oder werden deponiert. Dadurch werden wertvolle Ressourcen verschwendet und der wandel weiter angeheizt. Aufgrund schlechter Rückbaubarkeit, Unkenntnis darüber, was genau verbaut wurde und möglicher Schadstoffbelastungen werden derzeit kaum Baustoffe wiederverwendet oder recycelt. Deshalb muss eine freundliche Bau den Einsatz nachhaltiger Materialien sowie Rückbau- und Recyclingkonzepte fördern.

    Im Bausektor gibt es bereits vielversprechende Ansätze, die Energie- und Ressourcenverbrauch zusammendenken. Baustoffe aus Recyclingmaterial, Gebäudepässe und der einfache Rückbau müssen von Bauminister Seehofer verpflichtend gemacht werden, wenn die gesetzlichen schutzziele in erreicht werden sollen. Allein die über 200.000 Tonnen Dämmstoffe, die jährlich zurückgebaut werden, bieten ein riesiges Ressourcen- und schutzpotenzial und sollten recycelt werden“, sagt der Stellvertretende DUH-Bereichsleiter für Kreislauf Philipp Sommer.

Hintergrund

Die DUH erarbeitet derzeit in einem von der Deutschen Bundesstiftung (DBU) geförderten Projekt “Innovationen Wärmedämmung” Lösungsansätze für mehr - und Ressourcenschutz im Bausektor. Gemeinsam mit Akteuren aus Wissenschaft, , Bau- und Recyclingpraxis werden freundliche Konzepte eruiert, um die anfallenden Mengen rückgebauter Dämmstoffe sortenrein zu erfassen und freundlich zur recyceln. Dämmstoffhersteller arbeiten bereits an Recyclingverfahren, Rückholsystemen oder rückbaubaren Bauweisen, sodass Dämmstoffe aus der Sanierung übernommen und wieder zurück in den Produktionsprozess geführt werden können. Ein von der DUH verfasster Handlungsleitfaden zur Breitenanwendung nachhaltiger Innovationen im Bereich der Wärmedämmung wird im Sommer dieses Jahres veröffentlicht.

Links:

-  Mehr zu der Forderung, den gesamten Lebenszyklus beim Bauen in den Blick zu nehmen: https://www.duh.de/lebenszyklus-beim-bauen/
-  Mehr zur Blaupause für ein Sofortprogramm für den schutz im Gebäudebereich: http://l.duh.de/p210316b 

p class=”contact-headline ab-test-contact-a”>kontakt:

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923,

Philipp Sommer, Stellvertretender Leiter Kreislauf
0151 74463368,

DUH-stelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20,

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