Merkel: DBU ist eine entscheidende Impulsgeberin für nachhaltiges Leben und Wirtschaften / 30 Jahre Deutsche Bundesstiftung Umwelt – Festakt

01.03.2021 – 16:46

                

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Merkel: DBU ist eine entscheidende Impulsgeberin für nachhaltiges Leben und Wirtschaften / 30 Jahre Deutsche Bundesstiftung Umwelt - Festakt
                Osnabrück (ots)

Bundeskanzlerin Angela hat die Förderarbeit der Deutschen Bundesstiftung (DBU) mit Sitz in Osnabrück als “erheblichen” Beitrag zu mehr - und Naturschutz und dessen “unverzichtbaren Teil des Transformationsprozesses” gewürdigt. In einem Grußwort während eines digitalen Festakts zum 30-jährigen Bestehen der DBU sagte die Kanzlerin heute (Montag): “Die DBU ist in Fragen eines nachhaltigen Lebens und ens eine entscheidende Impulsgeberin für Wissenschaft und Praxis.”

Das Wirken der Stiftung sei de aktuell, inmitten der Covid-19-Pandemie, gefragt. “Schließlich hat uns die Corona-Pandemie einmal mehr – und das auf sehr dramatische Weise – unsere Abhängigkeit von Natur und ins Bewusstsein gerufen”, so . Die Kanzlerin weiter: “Denn der Rückgang der Artenvielfalt und das Vordringen des Menschen in sensible Naturräume erhöhen die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern.”

Prof. Dr. Settele: Artenvielfalt und schutz müssen Hand in Hand gehen

Genau davor hatte in einer der insgesamt drei digitalen DBU-Prologveranstaltungen, die dem eigentlichen Festakt vorangegangen waren, auch Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für forschung (UFZ) gewarnt: “So fürchterlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind: Sie zeigen uns schonungslos, dass mehr Natur- und schutz die Häufigkeit von Pandemien reduzieren kann.” Denn wenn der Mensch zunehmend in die Natur eindringe und so zur Zerstörung der Vielfalt beitrage, “bleiben zum Beispiel nur noch wenige dominante Tierarten, die immer auch Träger von Viren sind, in einer vorher nicht gekannten Dichte übrig. Bestimmte Viren können sich rasend schnell verbreiten.” Der Erhalt der Artenvielfalt und schutz müssen nach Setteles Worten “Hand in Hand” gehen. Settele: “Denn das eine ohne das andere führt ins Verderben.”

“Fahrplan für eine nachhaltige Zukunft”

Als Gastredner live aus Brüssel zugeschaltet war EU-Kommissions-Vize Frans Timmermans. Der EU-kommissar ist verantwortlich für den von der EU anvisierten europäischen Grünen Deal. Die Ambitionen sind hoch, Timmermans nennt den Deal eine “ehrgeizige Strategie und einen Fahrplan für eine nachhaltige Zukunft”. Der Deal liege “in unserem eigenen Interesse”. Timmermans: “Es darf keine Rückkehr zum ‘business as usual’ geben.” Die Ziele: Reduktion der Treibhausgas (THG)-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent (statt wie ursprünglich geplant 40 Prozent) im Vergleich zu 1990 und überdies die Etablierung der EU als neutraler Kontinent bis 2050, der keine Netto-THG-Emissionen mehr freisetzt. Timmermans: “Wir stehen an einem entscheidenden Moment im Kampf gegen - und Biodiversitätskrise. Es ist wirklich fünf vor zwölf.” Die kommenden Jahre werden nach Timmermans’ Worten entscheiden, “ob es uns gelingt, unseren Kindern und Enkelkindern einen Planeten zu hinterlassen, auf dem sie ein glückliches und gesundes Leben führen können”.

“Eine gute hat auch als Standortfaktor Bedeutung”

Bundeskanzlerin , die neben Bundesministerin Svenja Schulze und deren Parlamentarischen Staatssekretärin und zugleich DBU-Kuratoriumsvorsitzenden Rita Schwarzelühr-Sutter am DBU-Festakt teilnahm, erinnerte in ihrem Grußwort an die Anfänge der Deutschen Bundesstiftung . “Nach Mauerfall und Wiedervereinigung”, so , “stellte sich schnell heraus, dass weite Gebiete der ehemaligen DDR sowohl technologisch als auch ökologisch – zurückhaltend formuliert – sehr zu wünschen übrig ließen.” Damals habe sich “besonders eindringlich” eigt, “dass eine gute ein Wert an sich ist, aber auch als Standortfaktor große Bedeutung hat”. Die DBU habe “erheblichen Anteil” daran gehabt, dies ins Bewusstsein zu rücken, sagte die Kanzlerin. An die Mitarbeitenden der Stiftung gewandt sagte : “Ich kann Sie nur ermuntern: Machen Sie weiter so. Ihnen allen, die Sie sich in der und für die Deutsche Bundesstiftung engagieren, danke ich sehr herzlich für die wertvolle Arbeit.”

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: Die Märkte von morgen sind nachhaltig

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde sagte, die Teilnahme unter anderem von EU-Kommissions-Vize Frans Timmermans und Bundeskanzlerin Angela beim Festakt, sei für die DBU “Ansporn, die Förderung von Exzellenz an Öko-Innovationen verstärkt voranzubringen”. Bonde: “Denn wir sind überzeugt, dass die Märkte von morgen nachhaltig sind. Und auf Dauer bleiben nur die Unternehmen erfolgreich, die nachhaltig en, neue gerechte Technologien entwickeln und die die neuen ökologischen Geschäftsmodelle voranbringen. Dabei stehen wir in bewährter Manier auch weiter unterstützend zur Seite.”

Hintergrund:

-  Am 1. März 1991 begann die Tätigkeit der Deutschen Bundesstiftung  (DBU). Seit Aufnahme der Fördertätigkeit im März 1991 sind für mehr als 10.200 innovative Projekte zum Schutz der  etwa 1,9 Milliarden Euro Fördermittel bewilligt worden - und damit deutlich mehr  als die Stiftung bei der Gründung erhalten hat. Die DBU plant für 2021 ein Fördermittelbudget von mehr als 60 Millionen Euro und steigert damit ihre Förderleistung im sechsten Jahr in Folge. Seit 2015 hat die DBU ihre Förderleistung um mehr als 20 Prozent erhöht - und das in einem immer schwieriger werdenden Kapitalmarktumfeld mit Null- und Minuszinsen in den sicheren Segmenten. Schlugen zu Beginn als DBU-Stiftungskapital 2,5 Milliarden Mark (1,3 Milliarden Euro) zu Buche, sind es derzeit 2,3 Milliarden Euro. Das Kapital wurde damit auch real, also inflationsbereinigt, in vollem Umfang erhalten. 
-  Die Förderthemen knüpfen sowohl an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über planetare Grenzen als auch an die von den Vereinten Nationen beschlossenen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) an. Zentrale Herausforderungen sieht die DBU vor allem beim schutz, dem Erhalt der Biodiversität, im nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sowie beim Schutz vor schädlichen Emissionen. 
-  Zu den weiteren Förderaktivitäten der Deutschen Bundesstiftung  zählen überdies Promotionsstipendien und Stiftungsprofessuren. Die Bilanz bisher: Mehr als 107 Millionen Euro Förderung für insgesamt 2630 Stipendien, darunter unter anderem 1.533 Promotionsstipendien (Frauenanteil rund 48 Prozent) und 1.083 mittel-und osteuropäische Stipendien. 
-  Dazu kommt als neues Modul die Förderung von grünen Start-ups. Mit ihrem Green Start-up-Programm unterstützt die Deutsche Bundesstiftung  fachlich und finanziell Unternehmensgründerinnen und -gründer (Start-ups), die auf innovative und lich tragfähige Weise Lösungen für , Ökologie und Nachhaltigkeit entwickeln. Bisher wurden 27 Start-ups in die Förderung genommen. 
-  Als Geburtsväter der Deutschen Bundesstiftung  gelten der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel und Prof. Dr. Hans Tietmeyer, seinerzeit Waigels Staatssekretär und später nicht nur erster DBU-Kuratoriumsvorsitzender, sondern ab 1993 auch Präsident der Deutschen Bundesbank. Waigels und Tietmeyers von Weitsicht geprägte Idee: Der durch die Privatisierung des Salzgitter-Konzerns erzielte Verkaufserlös wurde anders als üblich nicht in die Finanzierung des Bundesetats gesteckt, sondern als Kapital in eine Bundesstiftung - zweckgebunden für förderung. Die DBU war geboren. Und noch eine andere Persönlichkeit stand Pate bei der Entstehung der Stiftung: Prof. Dr. Horst Köhler, damals ebenfalls Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und später Bundespräsident. 
-  Das gemeinnützige Tochterunternehmen der Deutschen Bundesstiftung  (DBU), das DBU Naturerbe, ist verantwortlich für bundesweit 71 Flächen mit rund 70.000 Hektar in zehn Bundesländern - und das ist fast die Hälfte des gesamten Nationalen Naturerbes, das sich weit auf rund 156.000 Hektar Fläche erstreckt. Der Impuls für die Initiative des Bundes: Die Naturflächen im Eigentum des Bundes wurden nicht privatisiert, sondern in die Hände des Naturschutzes gegeben. Auf den größtenteils ehemaligen Militärflächen sollen offene Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzenarten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden. Die DBU-Tochter möchte auch Menschen für die heimische Natur begeistern sowie Verständnis und Verantwortungsbewusstsein für die Natur fördern. 
-  Die Deutsche Bundesstiftung  vergibt seit 1993 jedes Jahr den Deutschen preis. Die Auszeichnung in Höhe von 500.000 Euro zählt zu den höchstdotierten preisen in Europa. Im Jahr 2020 ist der Deutsche preis der DBU zum 28. Mal verliehen worden - an Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, einen der Direktoren des Potsdam-Instituts für folgenforschung (PIK) sowie an die Geschwister Hugo Sebastian und Annika Trappmann, Geschäftsführung der Blechwarenfabrik Limburg. Wie in den Vorjahren wurden auf diese Weise Leistungen von Menschen aus Wissenschaft,  und Gesellschaft gewürdigt, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der  beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen entlastung beitragen werden.  

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sprecher –

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