Risikoberechnung angepasst

Bundesregierung

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Die -Warn-App erfasst nun auch Begegnungen von fünf Minuten.

Was ändert sich mit der Anpassung der -Warn-App?

Ein Kontakt zwischen zwei Personen wird nun bereits nach fünf Minuten berücksichtigt und nicht wie bislang erst nach einer Begegnung von mindestens zehn Minuten. Diese Anpassung ist nach umfangreichen Tests durch das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen erfolgt. Durch die Anpassung des epidemiologischen Modells der Risiko-Berechnung erwarten die Experten einen moderaten Anstieg der erfassten Begegnungen mit niedrigem Risiko, die in der App „grün“ markiert werden. Nutzerinnen und Nutzer der -Warn-App, die häufiger unterwegs sind, werden künftig also wieder etwas mehr Begegnungen mit niedrigen Risiko in ihrer App aneigt bekommen als diejenigen, die zu Hause bleiben.

Seit Ende 2020 greift die -Warn-App auf die von Google und Apple weiterentwickelte Schnittstelle zurück, das sogenannte Exposure Notification Framework Version 2 (ENF V2). Dadurch konnten die Entwickler die Risikoberechnung verbessern: Begegnungen mit niedrigem Risiko (grüne Warnung) werden seitdem besser gefiltert. 

Welche Auswirkungen hat die Anpassung?

Im Ergebnis führt das dazu, dass tatsächlich relevante Kontakte mit Covid-19 infizierten Personen noch genauer erkannt werden können und in der App in der Folge entsprechend als Begegnungen mit erhöhtem Risiko aneigt werden. Ein leichter Anstieg „roter“ Warnungen wird erwartet. Grund dafür ist, dass unter ENF V2 nicht mehr Durchschnittswerte für alle Begegnungen mit einem anderen Gerät im Laufe des Tages betrachtet werden, sondern ein 30-minütiges Zeitfenster. Mehrere „grüne“ Begegnungen können also insgesamt zu einem roten Status führen. Lesen Sie auf der Seite der -Warn-App weitere Erklärungen zum technischen Hintergrund der Risikoberechnung unter ENF V2.

In den vergangenen Wochen hat das Fraunhofer Institut als Teil seiner begleitenden Untersuchungen umfangreiche Tests durchgeführt. Dabei wurden die Details der Zeiterfassung und die Abstandsschätzung durch Bluetooth LE (Low Energy) – auf der die Risikoermittlung der -Warn-App basiert – unter der weiterentwickelten Schnittstelle (ENF V2) in verschiedenen Situationen getestet. 

Nach welchen Kriterien werden mögliche Risikobegegnungen bewertet?

Damit eine Begegnung von der -Warn-App als mögliche Risiko-Begegnung bewertet wird, muss sie epidemiologisch relevant gewesen sein. Das bedeutet, es muss das Risiko einer Ansteckung bestanden haben. Die Bluetooth-Technik, mit der die App arbeitet, ermöglicht es mit zwei Parametern zu arbeiten: der Dauer einer Begegnung und der Distanz zwischen den Nutzern. Beide werden mit Hilfe verschiedener Messungen berechnet und ein Schwellenwert hinterlegt.

Kommt es zu einem Zusammentreffen, werden zwischen den betreffenden Nutzern kurzlebige Zufallscodes ausgetauscht. Diese Zufallscodes werden für 14 Tage ausschließlich auf den Smartphones der betreffenden Nutzer gespeichert, die sich begegnet sind und werden mit sogenannten Positivkennungen von -positiv getesteten Personen direkt auf dem Smartphone der Person abgeglichen.

Drei verschiedene Statusinformationen

Als Risiko-Begegnungen gelten für die App Begegnungen mit einer -positiv getesteten Person, die einen Schwellenwert verschiedener Messwerte überschreitet. Den Personen, die die App nutzen, wird ihr Risikostatus abhängig von diesen Werten aneigt. Es gibt drei Statusinformationen:

  • Niedriges Risiko: Die Person wird darüber informiert, dass die Risiko-Überprüfung ihrer Begegnungs-Aufzeichnung keine Begegnung mit nachweislich -positiv getesteten Personen ergeben hat oder dass etwaige Begegnungen nicht über dem definierten Schwellenwert lagen. Die Person wird über allgemein geltende Abstandsregelungen und Hygiene-Empfehlungen informiert.
  • Erhöhtes Risiko: Die Person wird darüber informiert, dass die Risiko-Überprüfung ihrer Begegnungs-Aufzeichnung ein erhöhtes Infektionsrisiko ergeben hat, da innerhalb der vergangenen 14 Tage Begegnungen mit mindestens einer -positiv getesteten Person stattgefunden haben. Die Person erhält die Verhaltenshinweise, sich, wenn möglich, nach Hause zu begeben beziehungsweise zu Hause zu bleiben sowie mit seinem Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder dem Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen und dort das weitere Vorgehen abzustimmen.
  • Unbekanntes Risiko: War die Risiko-Ermittlung durch die Person nicht lange genug aktiviert, konnte zu diesem Zeitpunkt kein Infektionsrisiko berechnet werden. Die Person erhält die Statusanzeige „unbekanntes Risiko“. Spätestens 24 Stunden nach Installation ist eine Risiko-Ermittlung möglich, sodass die Statusanzeige von „unbekannt“ auf „niedrig“ oder „erhöht“ umschalten wird.