Wohnungswirtschaft könnte größter Klimaschützer sein

FDP

15.02.2021
In vielen Städten ist der Wohnraum knapp, die Mieten sind für viele Normalverdiener kaum noch bezahlbar. Vor diesem Hintergrund entscheidet ein grüner Bezirksamtsleiter in Hamburg gegen Einfamilienhäuser, dann fordert Grünen-schef Anton Hofreiter die vollständige Abkehr vom Einfamilienhaus. Von den Freien Demokraten erntet er dafür massive Kritik: FDP-Wohnungser Daniel Föst: “Die Grünen wollen den Menschen den Traum vom Eigenheim madig machen.” Die eigenen vier Wände und vor allem das Einfamilienhaus seien ein Wohlstandsversprechen und die beste Altersvorsorge. “Statt Bürgerinnen und Bürger in DDR-Plattenbauten zu pferchen, müssen wir endlich mehr Menschen den Weg ins Eigenheim ebnen.” FDP-Präsidiumsmitglied Bettina Stark-Watzinger zeigt in einem Gastbeitrag für Focus Online, wie das auch energieffizient vonstatten gehen kann.

Der Wirbel um den Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, begann mit einem Interview mit dem Spiegel, in dem er unter anderem Enteignungen das Wort te. Wo welche Immobilie steht, solle zudem nicht der Einzelne entscheiden, sondern die Gemeinde vor Ort. Das Interview wurde angesichts der Entscheidung eines grünen Bezirksamtsleiters in Hamburg geführt, wonach in einem Stadtteil keine neuen Einfamilienhäuser mehr gebaut werden dürfen.  Die FDP reagierte mit deutlichen Worten. FDP-Generalsekretär Volker Wissing schrieb auf Twitter: “Was mehr #grüne für unser Land heißt: Mehr Verbote, mehr Gebote, weniger #Freiheit.”

Der bayerische FDP-Vorsitzende Daniel Föst bilanzierte: “Der Kampf der #Gruenen gegen das #Wohneigentum geht weiter.” Föst erklärte, mehr Wohneigentum mindere die Ungleichheit in der Gesellschaft. “Grüne Besitzstandswahrer, die längst ihre Schäfchen im Trockenen und ein Eigenheim haben, haben da leicht n.” Für Wissing ist das klassische Besitzstand der Grünen: “Wer hat, hat. Wer nichts hat, soll auch nichts kriegen. Für junge Familien soll der Traum vom Eigenheim ein Traum bleiben.”

Bettina Stark-Watzinger entkräftet in einem Gastbeitrag für Focus Online die Argumente Hofreiters für weniger Neubauviertel im Umland. Darinspricht sie sich  dafür aus, beim Gebäudeenergiegesetz mehr Innovationen zuzulassen. “Damit wir neutral mit den geringstmöglichen ökonomischen und sozialen Kosten werden.” Die großen Wohnungsbaugesellschaften könnten eine wichtige Rolle beim schutz spielen. Sie könnten ganze Quartiersflotten energieeffizienter gestalten und nicht nur einzelne Häuser. Doch das Gebäudeenergiegesetz greife hier viel zu kurz. Und da will Stark-Watzinger ran: “Mittelfristig muss die die Innovationsklausel des Gebäudeenergiegesetzes weiterentwickeln, in dem eine quartiersübergreifende Energie- und CO2-Bilanzierung zwischen den einzelnen Quartieren in einer Flotte ermöglicht wird. Auch ein mit CO2-Zertifikaten zwischen den Akteuren ist denkbar.”

Ihrer Ansicht nach sollte die die Experimentierklausel im Gebäudeenergiegesetz erweitern und mittelfristig innovative Kompensationsmöglichkeiten schaffen. “Dazu ist letztendlich ein Umdenken notwendig. Es braucht den Willen, die traditionelle energetische Einzelbetrachtung von Gebäuden endlich hinter sich zu lassen”, gibt sie auch den Grünen einen Wink mit dem Zaunpfahl.