Niederlande: Verbot von E-Zigaretten-Aromen gefährdet öffentliche Gesundheit

14.01.2021 – 13:55

Rund 65 Prozent der erwachsenen Nutzer von E-Zigaretten in Europa dampfen Obst- oder sonstige Süßliquids. [1] Die Vielfalt der Geschmacksrichtungen ist einer der wichtigsten Gründe für Raucher, auf E-Zigaretten umzusteigen und für Dampfer, nicht wieder zur Tabakzigarette zurückzukehren.

Die Bedeutung der Aromen ist wissenschaftlich anerkannt. [2] Trotzdem hat der niederländische Staatssekretär Paul Blokhuis angekündigt, alle E-Zigaretten-Aromen außer Tabakaroma in den Niederlanden verbieten zu wollen, da sie angeblich für junge Menschen besonders attraktiv seien. [3]

Sollte der Plan umgesetzt werden, könnte dies sehr negative Folgen für die öffentliche Gesundheit in den Niederlanden haben. Wenn nur noch Tabakaromen erhältlich wären, würde ein wesentliches Argument für Raucher wegfallen, zur E-Zigarette zu wechseln. Hinzu käme die Gefahr, dass bereits umgestiegene Raucher aufgrund dieser Einschränkung wieder rückfällig werden.

Eine öffentliche Konsultation zu dem Plan der Regierung läuft bis zum 19. Januar 2021. Die überwiegende Mehrheit der bisherigen Kommentare wurde von Dampfern und Wissenschaftlern abgegeben, die den Plan der Regierung ablehnen. [4]

Der niederländische Plan ignoriert wichtige Fakten:

-  Die Zahl der jungen Menschen in den Niederlanden, die jemals E-Zigaretten probiert haben, ist in den letzten fünf Jahren um ein Viertel gesunken. [5] 
-  Die Anzahl der niederländischen Jugendlichen, die E-Zigaretten nutzen, ist sehr gering. Nur 0,2 Prozent der 14- bis 16-Jährigen dampften 2019 regelmäßig. [6] 
-  99,8 Prozent aller niederländischen E-Zigaretten-Nutzer waren Raucher, bevor sie mit dem Dampfen angefangen haben. [7]  

Ein Verbot von Aromen hat keinen Einfluss auf die Raucherquote bei Jugendlichen. Aber es wird sicherlich die Anzahl der Optionen verringern, die Erwachsenen zur Verfügung stehen, die das Rauchen endgültig aufgeben wollen und E-Zigaretten wegen der Aromen als wirksam erachten“, sagt Riccardo Polosa, Professor für Innere Medizin und Spezialist für Atemwegserkrankungen und klinische Immunologie an der Universität von Catania. [8]

Dampfen bedeutet Schadensreduzierung für erwachsene Raucher

E-Zigaretten bieten Rauchern eine Alternative, die wesentlich weniger schädlich ist als Rauchen. Das haben Regulierungsbehörden wie der französische Wirtschafts-, Sozial- und Umweltrat (CESE) [9], das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt in den Niederlanden (RIVM) [10], die Regierungsbehörde Public Health England [11] und das Royal College of Physicians [12] bestätigt. Public Health England kam in einer wegweisenden Überprüfung der verfügbaren Beweise zu dem Schluss, dass E-Zigaretten im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten das Schadenspotenzial um mindestens 95% reduzieren.

Weitreichende Konsequenzen für das Thema Harm Reduction

Die Konferenz der Vertragsparteien des WHO-FCTC (COP9) findet im November in Den Haag, Niederlande, statt. „Die Umsetzung eines Aromenverbots könnte sich negativ auf die Konferenz auswirken. Die COP9 sollte alle Möglichkeiten zur Tabakprävention berücksichtigen. Gerade das Thema Schadensminderung durch E-Zigaretten bietet eine große Chance, die weltweite Raucherquote deutlich und nachhaltig zu reduzieren”, sagt Dustin Dahlmann, Vorsitzender der Independent European Vape Alliance (IEVA). “Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass E-Zigaretten-Aromen Jugendliche zum Dampfen oder Rauchen verleiten. Wir fordern die niederländische Regierung auf, diesen für die öffentliche Gesundheit schädlichen Plan fallen zu lassen.”

Über IEVA

Die Independent European Vape Alliance (IEVA) ist der einzige europaweite Verband, der sich zum Ziel gesetzt hat, nationale Verbände, Unternehmen, Hersteller und Großhändler in der E-Zigaretten-Branche zusammenzuführen und ihnen eine verantwortungsvolle Vertretung auf europäischer Ebene zu geben. Das Gründungsprinzip von IEVA besteht darin, zur Schadensminderung und zur öffentlichen Gesundheit beizutragen. E-Zigaretten haben einen signifikanten positiven Einfluss und sollten als Instrument zur Schadensminderung anerkannt werden. Dampfen ist nicht Rauchen.

Quellen: 
[1] European Vaping Survey 2020, Link 
[2]  Aromen wichtig für erwachsene Raucher 2019, Link 
[3]  NL, June 2020, Link 
[4] Regulering smaakjes e-sigaret, Link 
[5] Factsheet Elektronische Zigaretten, Trimbos Institut, April 2020, Link 
[6] Opendata Statline Netherlands 2020, Link 
[7] Smoking figures, Trimbos Institute 2019, Link 
[8] Harm reduction is a flavoured journey in global tobacco control, Riccardo Polosa, 
    Sept. 2020, Link 
[9] Les addictions au tabac et à l’alcool, CESE 2019, Link 
[10] The health risks of using e-cigarettes, RIVM Netherlands, 2015, Link 
[11] E-cigarettes and vaping: policy, regulation and guidance, Public Health England 2018,
     Link 
[12] Nicotine without smoke: tobacco harm reduction, Royal College of Physicians 2016, Link 

kontakt:

Independent European Vape Alliance (IEVA)
Vorsitzender: Dustin Dahlmann
sprecher: Philip Drögemüller
Telefon: +32 (2) 791 7759
E-Mail:
Web: www.eurovape.eu

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