Genderforschung

B90Grüne Grüne Bundestagsfraktion / Stefan Kaminski

Kai Gehring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Welt durchleidet eine Jahrhundert. Alle blicken auf Wissenschaft und ihre Erkenntnisse. Und was hat die beizutragen? Nichts! Nichts, außer Zerstörerisches.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)

Ihr Antrag ist ein Generalangriff auf Forschungsfreiheit. Wir schützen die Wissenschaft vor Ihren Attacken.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD)

Sie haben Angst vor Wissenschaftsfreiheit; denn Forscherinnen und Forscher und Denkerinnen und Denker dekonstruieren die als das, was Sie sind: Wissenschaftsfeinde und Antifeministen. Darum haben Sie Angst vor kritischem Denken.

(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)

Darum will die die forschung auf null zusammenstreichen. Darum wollen Sie Geisteswissenschaften zertrümmern. Darum verklagen Sie Forschungsinstitute, deren Erkenntnisse Ihnen nicht passen. Jetzt soll die Axt mal wieder an die Genderforschung gelegt werden. Damit folgt die  – Trump spielt ja keine Rolle mehr – ihrem großen Vorbild Viktor Orban,

(Dr. Götz Frömming []: Wir brauchen kein Vorbild!)

der mit seiner Missachtung der die EU lahmlegte. Wir sagen: So nicht!

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN)

Sie behaupten, es gebe über 200 Professuren der Geschlechterforschung in . Ich sage nur: Schön wär’s! Die allermeisten dieser Professuren tragen „Geschlecht“ im Titel. In Wahrheit sind es Lehrstühle für Literaturwissenschaft, Medizin oder Rechtswissenschaft. Viele dieser Professuren sind in Wahrheit befristet oder de unbesetzt. Einige der von Ihnen attackierten deutschen Lehrstühle befinden sich in Wahrheit in Wien, Salzburg oder Basel. Kaufen Sie sich mal eine aktuelle karte! Hören sie auf, das Plenum mit so einem Kokolores zu belasten!

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)

Ihre Mission würde unserer exzellenten Forschungslandschaft massiv schaden. Mitten in der wollen Sie Gesundheitsforschung stoppen, wenn diese Geschlechteraspekte untersucht.

(Zuruf der Abg. Ulli Nissen [SPD])

Geht’s noch? Die Menschheit weiß, dass Krankheitssymptome und Nebenwirkungen von Medikamenten bei den Geschlechtern sehr unterschiedlich ausfallen können. Gute Wissenschaft muss hier biologische und soziale Faktoren untersuchen.

Die wäre ein super Forschungsobjekt: Warum verharmlosen rechte Männerbünde die ? – Das beschäftigt uns doch alle.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)

Wir debattieren verstärkt, wer Sorgearbeit, Kinder- und Altenbetreuung leistet. Das sind vor allem Frauen, während Männer in der Chefetage unter sich bleiben. Genderforschung untersucht solche Themen und setzt sie auf die Agenda. Ihre Erkenntnisse machen Geschlechtergerechtigkeit besser möglich. Morgen mehr dazu unter #4genderstudies. Danke Gender Studies!

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN)

Wer ernsthaft über Geschlechterforschung sprechen mag, mit uns Grünen immer gerne! Unsere Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank hat beim Wissenschaftsrat angeregt, eine Strukturbegutachtung der Gender Studies durchzuführen.

Vizepräsident Wolfgang Kubicki:

Herr Kollege, kommen Sie bitte zum Schluss.

Kai Gehring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

Ich freue mich auf die Ergebnisse und Impulse für nachhaltige Stärkung dieser Forschung.

Letzter Satz an die Wissenschaftsfeinde und Genderfeinde rechts außen: Kommen Sie klar, dass es mehr gibt als Mann, Mann, Mann und Frau.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN – Dr. Götz Frömming []: Sie haben so oft „Mann“ gesagt und nur einmal „Frau“! Was sehen Sie denn da? – Gegenruf des Abg. Kai Gehring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja, gucken Sie sich einmal Ihre Geschlechterverhältnisse an! Wo ist eigentlich Frau von Storch? – Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Dr. Petra Sitte [DIE LINKE]: Die fehlt uns nicht! – Weitere Zurufe)

Vizepräsident Wolfgang Kubicki:

Vielen Dank, Herr Kollege Gehring. – Letzte Rednerin zu diesem Tagesordnungspunkt ist die Kollegin Sybille Benning, CDU/CSU-.

(Beifall bei der CDU/CSU)