Koloniales Unrecht aufarbeiten und Verantwortung übernehmen

B90Grüne Grüne Bundestagsfraktion / Stefan Kaminski

Wir benötigen mehr Orte für eine vielschichtige Erinnerungskultur und eine Würdigung der Kämpferinnen und Kämpfer des kolonialen Widerstands. In den Lehrplänen von Schulen und Universitäten in muss die kritische Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Rassismus und der geteilten Geschichte einen festen Platz finden.

Dekolonisierung internationaler Beziehungen

Die von begangenen Kolonialverbrechen wird niemals ungeschehen oder wieder gut machen können. Umso wichtiger ist es deshalb zu erkennen, dass die Zeit der kolonialen Fremdherrschaft bis heute internationale Beziehungen in vielen Bereichen beeinflusst. Der Kolonialismus hat das gegenwärtige internationale System mit seiner ungleichen Machtverteilung geprägt und nicht unerheblich die heutige globale Ungerechtigkeit beeinflusst. Es ist insbesondere die Aufgabe ehemaliger Kolonialmächte, dieses zu reflektieren und als Lehre aus der Vergangenheit sich für eine gerechtere Welt einzusetzen.

Dafür sollte sich die Bundesregierung auch auf der europäischen Ebene gemeinsam mit anderen früheren Kolonialmächten einsetzen und beispielsweise auf eine Dekolonisierung der EU-Afrika- hinwirken. Auch auf Ebene der Vereinten Nationen sollten bestehende Initiativen – wie die Arbeitsgruppe von Expert*innen von Menschen afrikanischer Abstammung – unterstützt werden. Die notwendigen Reformen des VN-Sicherheitsrates und weiterer internationaler Foren und Organisationen – wie beispielsweise der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds – müssen zu einer gerechten Beteiligung aller Weltregionen in diesen Gremien führen. Auch eine gerechte kann es nur geben, wenn historische und fortwirkende koloniale Machtverhältnisse gebührend berücksichtigt werden und die Lastenteilung der krise zwischen Industrie- Entwicklungs-, und Schwellenländern gerecht erfolgt.

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