25 Jahre Srebrenica – Erinnern. Aufarbeiten. Aussöhnen.

B90Grüne Grüne Bundestagsfraktion / Stefan Kaminski

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Am 11. Juli 2020 jährt sich zum 25. Mal der Genozid von Srebrenica. Im Juli 1995 nahmen bosnisch-serbische Truppen die Stadt ein und ermordeten über 8.000 bosniakische Männer und Jungen. Bis heute sind nicht alle Massengräber gefunden. Das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs fand unter den Augen der Weltöffentlichkeit statt – ein entsetzliches Versagen europäischer und der Vereinten Nationen. Während des Bosnienkriegs haben mehr als 100.000 Menschen ihr Leben verloren. Zehntausende Frauen und Mädchen wurden systematisch vergewaltigt und sexuell missbraucht.

Auch 25 Jahre nach dem Friedensabkommen von Dayton gehören Hass und Nationalismus nicht der Vergangenheit an. Bis heute gibt es keine gemeinsame Erinnerungs. Bis heute definiert sich ein Großteil der Bevölkerung über ethnische Zugehörigkeit. Bis heute werden Kriegsverbrecher vielerorts als Helden gefeiert. Bis heute verfolgen er*innen die Kriegsziele von damals: die Schaffung von vermeintlich ethnisch reinen Gebieten.

Wir wollen den Jahrestag zum Anlass nehmen, um der Opfer zu gedenken und Menschen zu Wort kommen zu lassen, die sich auf unterschiedliche Weise für Gerechtigkeit und Aussöhnung einsetzen. Die den Mut haben, brutalste Kriegsverbrechen aufzuarbeiten statt sie zu leugnen und Kriegsverbrecher anzuklagen, statt sie zu glorifizieren. Die den Mut haben, ihre Stimmen zu erheben statt sich von Anfeindungen einschüchtern zu lassen. Die den Mut hatten, ihr Leben zu riskieren, um anderen das Leben zu retten.

Ihnen allen gilt unsere Anerkennung, unser Dank und unsere Unterstützung. Für die grüne s sind Erinnerung, Aufarbeitung und Versöhnung wichtige Bausteine dafür, dass solche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht in Vergessenheit ten und nicht wieder geschehen.