Umweltfreundliche Filmproduktion und grünes Kino

B90Grüne Grüne Bundestagsfraktion / Stefan Kaminski

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Deutschland hat sich zu den Zielen des Pariser schutzabkommens bekannt. Um die Vorgaben aus dem Abkommen zu erreichen, muss die Reduktion von Treibhausgasemissionen in allen szweigen geprüft und umgesetzt werden. Es ist erfreulich, dass in der ressourcenintensiven Filmbranche immer mehr Initiativen für nachhaltige Produktionsweisen entstehen.

Mangelnde Förderung

Bisher jedoch werden seitens der Politik keine Anreize für die Umstellung auf schonende Verfahren gemacht, die Branche wird mit ihren Bemühungen allein gelassen. Das ist paradox, denn viele Filme entstehen mit Hilfe öffentlicher Förderung und eine Förderung durch öffentliche er setzt voraus, dass diese Mittel verantwortungsvoll eingesetzt werden. Die Bundesregierung und die öffentliche Förderung in Ländern und Kommunen sollten hier Anreize für freundliches Produzieren und Abspielen von Filmen geben.

Mangel an Angeboten

Beim Thema Nachhaltigkeit in der Filmproduktion geht es schon lange nicht mehr nur um Catering, der Einsatz regionaler Verpflegung statt Flugobst und wiederverwendbarer Wasserflaschen statt Plastikflaschen ist heute kein Problem mehr. Die großen Stellschrauben für CO2-Einsparungen sind aber Transport und Energie.

An- und Abreisen von Filmcrews hinterlassen oftmals einen großen CO2-Fußabdruck, da wird mal eben hin- und hergejettet, Flüge sind billig, Budget und Zeit knapp. Hier muss auch in der Filmproduktion umgedacht werden.

Schwieriger wird es bei der Set-Logistik. Elektro-Autos und LKW mit m Antrieb gibt es, aber noch zu wenige Verleiher haben diese im Sortiment. Hier herrscht kein Nachfrage-, sondern ein Angebotsproblem.

Energiesparende Beleuchtung gibt es inzwischen für den Filmbereich. Aber während in Privathaushalten der Einsatz von LED-Technik schon Alltag ist, ist die Umstellung am Filmset oft noch zu kostenintensiv. Ähnlich sieht es bei der versorgung am Set aus. Selbst wenn die Produktion bereit wäre, auf (derzeit noch) teurere, dafür emissionsarme n zum generator zu setzen, würde sie im Dunkeln stehen –es gibt im Verleih schlicht so gut wie keine n Angebote.

Ein Faktor ist auch hier, dass die Anschaffung neuer Technik teuer ist und für Verleiher ein Risiko darstellt, das sie finanziell nur selten stemmen können oder wollen. Hier braucht es eine Anschubfinanzierung.

Expertise dringend benötigt

Damit eine Filmproduktion ressourcenschonend gestaltet wird, sollte bereits in der Phase der Filmfinanzierung eine „grüne Beraterin“ oder ein „grüner Berater“ (Green Consultant) das Filmteam unterstützen. Die Tage sind vorbei, als Set-Praktikanten und -Praktikantinnen für Nachhaltigkeit zuständig waren. Inzwischen wird dieser en in der Kalkulation von der Filmförderung anerkannt.

Aber woher einen grünen Berater nehmen, wenn es derzeit noch zu wenig gibt? Hier steht auch die Politik in der Verantwortung. Bereits 2017 führten zwei öffentliche Anhörungen im sübergreifend zu der Überzeugung, dass Anreize für Nachhaltigkeit im Film geschaffen werden müssen und Expertise benötigt wird.

Die Haushalte bilden das jedoch nicht ab. Zwar wurde die Berücksichtigung „ökologischer Belange“ bei der letzten Novellierung des Filmförderungsgesetzes 2017 als Aufgabe der Filmförderungsanstalt in den Aufgabenkatalog aufgenommen, Richtlinien wurden bisher aber keine erarbeitet.

In unserem sbeschluss haben wir alle Aspekte und eine Strategie für eine zukunftsfähige Film zusammengefasst, damit die auf allen Ebenen nötigen Anreize und Veränderungen zügig auf den Weg gebracht werden können.   

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