POL-NB: Warnung vor neuer Betrugsmasche

15.01.2020 – 12:51

Polizeipräsidium Neubrandenburg

Neubrandenburg / Torgelow (ots)

Ein 86 Jahre alter Neubrandenburger ist Opfer einer perfiden Betrugsmasche geworden, die in dieser Form auch für die Ermittler neu ist.

Der Mann wurde gestern Nachmittag von zwei Männern an seiner Wohnanschrift aufgesucht. Sie gaben sich als Polizisten aus Spanien aus und gaben vor, mit der Kripo Neubrandenburg zusammenzuarbeiten. Sie hätten in Spanien zwei Personen festgenommen, die dem Rentner elektrische Geräte sowie ein Messer-Set verkauft haben sollen – vor eineinhalb Jahren.

Genau das stimmt sogar: Der Neubrandenburger hatte tatsächlich 2018 von zwei Männern die besagten Waren in einer Art „Haustürgeschäft“ für mehrere hundert Euro gekauft. Damals hatten sich die Verkäufer ebenfalls als Spanier vorgestellt und angegeben, dass sie die Technik und das Messer-Set verkaufen wollen, weil sie die Gegenstände nicht mit in den Flieger zurück in ihr Land nehmen können.

Während die beiden angeblichen spanischen Polizisten das 86-jährige Opfer gestern zu dem Erwerb befragten, forderten sie ihn auf, sein vorhandenes Bargeld zur Prüfung abzugeben. Er könne sich die Scheine am Abend wieder im Neubrandenburger Revier abholen. Der Geschädigte gab den Männern in seiner Wohnung über 30.000 Euro. Als er am Abend auf dem Revier erschien, flog der Betrug auf.

Nach derzeitigen Erkenntnissen waren die angeblichen Polizisten von gestern nicht die gleichen Männer, die dem Opfer 2018 Waren verkauft hatten.

Die Betrüger, die sich als spanische Ermittler ausgegeben haben, können wie folgt beschrieben werden:

Erster Tatverdächtiger:

   - 35 - 40 Jahre alt
   - ca. 1,70 m groß
   - schlanke
   - schwarze, leicht lockige Haare
   - kurzer Oberlippenbart
   - er trug eine braune Lederjacke, braune Stoffhose und 
     dunkelbraune Lederschuhe
   - gepflegtes Äußeres 

Zweiter Tatverdächtiger:

   - 35 - 40 Jahre alt
   - ca. 1,80 bis 1,85 m groß
   - schlank
   - schwarze gelockte Haare mit weit nach unten gehenden Koteletten
   - er trug eine braune Stoffjacke, eine dunkle Hose und braune 
     Lederschuhe
   - gepflegtes Äußeres 

Wir möchten diese in unserem Bereich neue Betrugsmasche zum Anlass nehmen, um die Bürger eindringlich zu warnen, niemals Geld an unbekannte Personen herauszugeben. Selbst wenn sie sich als Ermittler einer nationalen oder internationalen Polizeibehörde ausgeben.

Echte Polizisten werden niemals an Ihre Haustür kommen und von Ihnen Bargeld oder Wertgegenstände verlangen, um alles für weitere Ermittlungen mitzunehmen. Auch nicht dann, wenn es tatsächlich Ermittlungen gibt und Sie womöglich Gegenstände von Betrügern (also zum Beispiel Diebesgut) erworben haben!

Wer weitere Angaben zu dem Sachverhalt, insbesondere zu den beschriebenen Tatverdächtigen, machen kann oder selbst Opfer einer solchen Masche geworden ist, wendet sich bitte telefonisch an die Einsatzleitstelle unter 0395/5582-2224, die Internetwache der Landespolizei M-V unter www.polizei.mvnet.de oder aber jede andere Polizeidienststelle.

Die Ermittlungen hat die Kripo Neubrandenburg übernommen.

Auch in Torgelow ist gestern ein Betrugsfall geglückt. Dort hatte eine 76-jährige Frau einem Mann 30.000 Euro ausgehändigt, der sich als Beamter des BKA (Bundeskriminalamt) ausgegeben hat. In diesem Fall hatte sich zuvor in bereits typischer Weise eine angebliche Ermittlerin telefonisch an die Geschädigte gewandt. Wie so oft wurde vor einer ausländischen Bande gewarnt, die angeblich ihr Konto leer räumen wolle. Um das zu vermeiden, solle sie das Geld abheben und bis auf weiteres dem BKA zur Sicherstellung übergeben. Der Mann, der schließlich das Geld abholte, war natürlich kein echter Angehöriger des BKA!

Auch hier noch mal der Hinweis: Beamte, egal ob von Revieren oder vom Landes- bzw. Bundeskriminalamt, würden nie zu Bürgern kommen und deren Geld (vom Konto oder Bargeld) zur sicheren Verwahrung mitnehmen! Wer verdächtige Anrufe erhält oder von angeblichen Polizisten aufgefordert, Geld oder Wertgegenstände mitzugeben, wählt bitte umgehend den Notruf 110 und informiert in eigener Initiative die (echte) Polizei!

Die weiteren Ermittlungen führt die Kripo Anklam.

Rückfragen bitte an:

Claudia Tupeit
Polizeipräsidium Neubrandenburg
Pressestelle
Telefon: 0395/5582-2041
E-Mail:
http://www.polizei.mvnet.de

Auf Twitter: @Polizei_PP_NB

Original-Content von: Polizeipräsidium Neubrandenburg, übermittelt durch news aktuell

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