Wegen Spionage an Atom-U-Booten in Russland: Norweger erhält 14 Jahre Lagerhaft

Das russische Atom-U-Boot „TK-208 Dmitri Donskoj“, St. Petersburg, Russland, 28. Juli 2017

Der Norweger Frode Berg spionierte russische Atom-U-Boote aus. Die Informationen über die U-Boote lieferte an norwegische Geheimdienstler. Dafür wurde er zu 14 Jahren Lagerhaft verurteilt und hofft nun auf eine Begnadigung durch den Präsidenten.

Frode Berg ist 63 Jahre alt, norwegischer Staatsbürger und wurde Ende 2017 in einem Hotel in Moskau festgenommen. Heute fiel das Urteil gegen ihn. Die 14 Jahre Lagerhaft entsprechen dem Ersuchen der Staatsanwaltschaft. Der Richter Andrej Suworow sah es als erwiesen an, dass der Spion Informationen über russische Atom-U-Boote sammelte und sich diese von norwegischen Geheimdienstlern bezahlen ließ. Berg hofft auf eine Begnadigung durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Hierfür müsste er aber zunächst ein Geständnis ablegen.

Hauptzentrale des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU in Kiew

Berg hat bislang gestanden, als „Kurier“ für den norwegischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein. Er wusste aber nach eigenen Angaben nichts über die Inhalte der Dokumente. Er arbeitete als Grenzschützer an der norwegisch-russischen Grenze. Mit ihm wurde auch ein ehemaliger russischer Polizist verhaftet, der ihm die Akten über die Marine übergeben haben soll. Laut den schwedischen Nachrichten trug Berg bei seiner Verhaftung 3.000 Euro bei sich, mit denen er möglicherweise Informationen kaufen sollte.

Der russische Anwalt von Berg, Ilja Nowikow, setzt auf die diplomatischen Anstrengungen der norwegischen Regierung. Auch sein norwegischer Anwalt Brynjulf Risnes ist dieser Ansicht. Aber eine Begnadigung wäre der schnellste Weg. Ein gutes Zeichen sei gewesen, dass Wladimir Putin vor dem Urteilsspruch auf einer Pressekonferenz mit der norwegischen Premierministerin Erna Solberg sagte, eine Begnadigung sei erst relevant, nachdem ein Urteil gesprochen wurde.