Russland und sein Wetter: Wissenschaftler machen unglaubliche Entdeckung

Gewitter in Moskau

© Sputnik / Igor Lauchin
Forscher vom Institut für Atmosphären-Physik bei der Russischen Akademie der Wissenschaften haben bewiesen, dass die Häufigkeit und Intensität von heftigen Regengüssen in Russland innerhalb der letzten 50 Jahre stark zugenommen haben – sie erhöhen sich alle zehn Jahre um ein bis zwei Prozent. Dies meldet „Environmental Research Letters“.
Die Fachleute haben Daten von etwa 300 meteorologischen Stationen zwischen 1966 und 2016 analysiert, die im ganzen Land und auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR verteilt sind. Die Klimaforscher haben laut Medien die Zahl der Sturm- und Dauerregen durchgerechnet sowie die typische Menge des dadurch entstandenen Wassers kalkuliert.

Wie die Messungen zeigten, sei das Gesamtniveau der Niederschläge im letzten halben Jahrhundert stark gewachsen, dabei habe auch die Häufigkeit von Sturmregen deutlich zugenommen, was sich am meisten in den südlichen Teilen der russischen Regionen gezeigt hätte. In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts brachten beispielsweise Sturm- und Dauerregen etwa 200-250 Millimeter Niederschlag im Süden des Fernen Ostens. Heute habe sich die Anzahl von Sturmregen verdoppelt, und die Quantität des durch sie ausgekommenen Wassers habe 350 Millimeter erreicht.
Darüber hinaus habe die Intensität von Starkregen bedeutend zugenommen: So nimmt der Anteil von starken Gewittern in den Südregionen Russlands alle zehn Jahre um zehn Prozent zu. Heute betreffen diese Prozesse auch andere Landesteile.

Die Klimaforscher wissen bislang nicht, was die Zunahme der Häufigkeit und Intensität des Regens bewirkt haben soll. Sie vermuten, dass dies im Fernen Osten durch die Zunahme der Luftfeuchtigkeit, Änderungen bei der Monsun-Zirkulation oder die Verschmutzung der Luft beeinflusst wurde.
Dauerregen im Süden des europäischen Teils des Landes können mit der Entstehung eines neuen Typs von „Wasserkreislauf“ in der Atmosphäre, der gewöhnlich nur in den Tropen beobachtet wird, und mit einer raschen Wassertemperaturerhöhung im Schwarzen Meer zusammenhängen.

Zuvor hatten die Forscher von einer neuen Bedrohung für Sibirien berichtet. Es stellte sich heraus, dass früher Frühjahrsregen die Erosion des ewigen Frostbodens verstärkt, was letztendlich die Freisetzung einer großen Titanmenge fördere – ein Klimagas, das die globale Erwärmung verschärfe.