Halbe Million Steuergeld für Moschee: Bund teilt Förderung mit – Unverständnis wegen Notre Dame?

Das Auswärtige Amt in Berlin (Archivbild)

© AFP 2019 / JOHN MACDOUGALL
Am Dienstagabend hat das Auswärtige Amt auf seiner Facebook-Seite verkündet, den Wiederaufbau einer Moschee im Irak zu fördern: Mit 450.000 Euro. In den Kommentaren spiegelt sich eher die Sorge der Bürger um den Großbrand Notre Dames sowie den Stellenwert christlicher Gotteshäuser in muslimischen Ländern wider.
In dem Post des Auswärtigen Amtes geht es um die Aghawat–Moschee im irakischen Mossul aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde im Kampf gegen den Islamischen Staat zerstört. Gemeinsam mit der UNESCO fördert der Bund den Wiederaufbau mit einer Beteiligung in Höhe von knapp einer halben Million Euro.

Kulturerbe könne ein wichtiger Beitrag zur Versöhnung sein, heißt es in dem Post. Das Projekt diene dem Erhalt der kulturellen Vielfalt, zudem wolle Deutschland einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Religionen leisten.

Es soll zunächst eine Dokumentation der Schäden samt Bestandsaufnahme erfolgen, lokale Fachkräfte sollen in Restaurierungstechniken ausgebildet werden. Das Projekt soll auch Einkommenmöglichkeiten für die Menschen in Mossul schaffen, so das Auswärtige Amt. Dieser Wiederaufbau ist nicht das einzige Projekt zur Kulturerhaltung, das der Bund im Irak unterstützt.
Die Kommentare der Steuerzahler pendeln zwischen Zustimmung und Hinterfragung des sinnvollen Einsatzes von Bundesmitteln. Die Kritik scheint vor allem eine Reaktion auf das zu diesem Zeitpunkt wütende Feuer im Pariser Wahrzeichen Notre Dame zu sein. Doch die Bürger sorgen sich auch um die Behandlung christlicher Gotteshäuser in der muslimischen Welt sowie um vordergründigere existentielle Nöte der dortigen Bevölkerung.

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