Erwerb russischer S-400 ist „souveränes Recht der Türkei, aber…” – Nato-Vertreterin

Russlands Flugabwehrsystem S-400 „Triumph” (Archiv)

© Sputnik / Wiktor Ljaschtschenko
Der Erwerb russischer Flugabwehrkomplexe S-400 durch die Türkei ist laut Madeleine Moon, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der Nato und Mitglied des britischen Parlaments, ein souveränes Recht Ankaras.
„Ankara leistet einen bedeutsamen Beitrag zu den Nato-Missionen in kritisch wichtigen Regionen, darunter auch in Afghanistan, im Irak und im Kosovo“, sagte Moon gegenüber der türkischen Agentur Anadolu.

Die Parlamentarierin nannte die Türkei einen starken und zuverlässigen Verbündeten, der den Verpflichtungen im Rahmen der Nato nachkomme.

Moon verwies auf die Haltung des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg, der den Kauf von S-400-Anlagen als eine souveräne Entscheidung der Türkei bezeichnet hat.

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„Stoltenberg hat Recht. Das ist ein souveränes Recht der Türkei. Das gleiche gilt auch für die anderen Nato-Mitgliedsländer. Die Nato diktiert den Verbündeten nicht, was sie erwerben oder welche Handlungen sie vornehmen sollen. Dies würde den Grundsätzen der Allianz widersprechen. Aber man muss auch wissen, dass jede Wahl ihre Folgen hat“, sagte Moon.

Sie betonte zugleich, dass die russischen Waffen ein Risiko für die Sicherheit der Nato-Systeme, darunter von F-35, in sich berge.

Wie der türkische Präsident Recept Tayyip Erdogan erklärte, stünden die S-400-Anlagen in keinem Zusammenhang mit der Sicherheit der Nato.
Das Weiße Haus hatte am 3. April Ankara aufgerufen, zwischen der Sicherheit der Nato und dem Erwerb von S-400-Anlagen zu wählen. Präsident Recep Tayyip Erdogan begründete am 5. April die Wahl seines Landes für den Kauf von S-400-Systemen.

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S-400 gilt als eines der effektivsten Langstrecken-Boden-Luft-Raketen-Systeme zur Bekämpfung von Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern in allen Flughöhen. Es kann bis zu 300 Ziele zugleich erfassen und sie in einer Entfernung von bis zu 400 Kilometern und einer Flughöhe von 27 Kilometern bekämpfen.