EEG-Umlage runter – Stromkosten rauf › Jouwatch

<imgsrc=““ alt=“Stromrechnung (Bild: shutterstock.com/Von gopixa)“ title=“Stromrechnung (Bild: shutterstock.com/Von gopixa)“/> Stromrechnung (Bild: shutterstock.com/Von gopixa)

Der Stromverbraucherschutz NAEB, ein Zusammenschluss von vorwiegend Energiefachleuten, die Jahrzehnte für eine sichere Stromversorgung zuständig waren, verfolgt kritisch die Energiepolitik in Deutschland. Die Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) wird sinken bei weiter steigenden Strompreisen. Warum? 

Die Bundesregierung versucht alles, um die Energiewende durchzusetzen. Inzwischen geißeln aber selbst die regierungstreuen Medien die hohen und weiter steigenden EEG-Kosten, die mehr als 25 Milliarden Euro im Jahr erreicht haben. Das sind 300 Euro für jeden Einwohner. Man muss sich etwas einfallen lassen gegen diesen Trend.

CO2-Steuer und Zertifikate-Kosten sollen die EEG-Umlage ablösen:

Die Lösung ist ganz einfach. Die Kosten für die Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) werden erhöht. Die Europäische Gemeinschaft in Brüssel spielt mit. Sie will die CO2-Zertifikate, d.h. letztlich die Menge zu verbrennender Kohle, deutlich vermindern mit dem Argument, für den Klimaschutz sei dies notwendig und alternativlos. Die Zertifikate werden damit knapper und da der Preis nach Bedarf sich frei bildet, steigt der Preis zwangsläufig, da ja die Kraftwerke diese Zertifikate kaufen müssen, wenn sie Kohle (oder auch was anderes) verbrennen wollen; damit steigen also die Kosten und damit auch die Erzeugerpreise für Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken. Es gilt die Faustregel: Eine Verteuerung der Zertifikate um 10 Euro pro Tonne CO2 verteuert den Strom aus Kohlekraftwerken um einen Cent je Kilowattstunde (Ct./KWh). Mit dieser verkappten Steuer auf Kraftwerkstrom sollen die Kohle-Strom Erzeugungskosten über die Vergütung für Wind-, Solar- und Biogasstrom getrieben werden. Dann wären der „Grünstrom“ konkurrenzfähig. Die EEG-Umlage würde auf null sinken,  denn der Fakepower-Strom (s.u.) würde ja nicht mehr unter den Vergütungskosten, also zu Dumpingpreisen, über die Börse verramscht. Soweit die Theorie. Doch die Realität sieht etwas anders aus.

Der vom Wetter abhängige „Grünstrom“, der stark schwankt und auch nicht vorhersagbar ist, hat einen deutlich geringeren kaufmännischen Wert als der planbare Kraftwerkstrom (volkswirtschaftlich ist der Wert sogar negativ). Er kann das Stromnetz nicht stabil halten. Mit über 35% Anteil am Inland-Verbrauch im Jahresmittel (nicht zu verwechseln mit der Inland-Produktion inkl. Export) würde das sogenannte Blackoutrisiko in eine nicht vertretbare Größenordnung steigen. Fakepower ist Strom 2. Klasse, der von der Bundesregierung und von allen Bundestagsparteien, bis auf die AfD, als zukünftiger Heilsbringer und Weltretter gepriesen wird. Das ist eine Täuschung der Bevölkerung. NAEB hat daher zu Recht den Begriff Fakepower für den Strom aus Sonne, Wind und Biogas entwickelt.

Wir haben heute bereits so viele Wind- und Solaranlagen, dass bei Sonnenschein und Starkwind die Fakepower-Erzeugung häufig die Nachfrage übersteigt. Geeignete wirtschaftliche Stromspeicher sind bisher noch nicht einmal ansatzweise in Sicht. Daher muss der Überschussstrom kostenpflichtig entsorgt werden. Oder es müssen Wind- oder Solaranlagen abgeschaltet werden. Dann erhalten die Betreiber eine Ausfallentschädigung in Höhe von 95 Prozent der entgangenen Vergütungskosten. Sie erhalten also Geld für nicht benötigten und nicht gelieferten Strom. Der Bäcker, der zu viele Brötchen gebacken hat, bleibt dagegen entschädigungslos auf seinem Überschuss sitzen.

EEG-Umlage sinkt nicht auf null

Die Ausfallsentschädigungen und die Entsorgungskosten für Überschussstrom bleiben Teil der EEG-Umlage und steigen mit jeder weiteren Anlage. Gegenüber dem derzeitigen Stand werden steigende CO2-Zertifikatkosten oder eine CO2-Steuer die Einspeisekosten von Fakepower und damit die EEG-Umlage deutlich reduzieren. Wenn der Rest dann aus Steuergeldern abgedeckt wird, kann der Wegfall der EEG-Umlage als Erfolg der Energiewende ausgegeben werden.

Netzgebühren und Strombeschaffungskosten steigen kräftig

Dem Stromkunden, also uns allen, nutzt das nichts. Die Strompreise steigen weiter. Denn mit höheren Abgaben für die CO2-Emissionen steigen auch die Erzeugerpreise der Kraftwerke und damit die Beschaffungskosten der Stromversorger. Die Stromnetze müssen zum Einsammeln von Fakepower ausgebaut werden. Besonders teuer sind die Anbindungen der Windkraftanlagen auf See an die Umspannwerke an der Küste, die zum Teil auch noch gebaut werden müssen. Darüber hinaus verschlingen die geplanten Stromtrassen von Nord nach Süd viele Milliarden. Größere Teile dieser Leitung sollen nach Bürgerprotesten in das Erdreich verlegt werden. Das ist siebenmal teurer als eine Freileitung. Doch den der Klimaideologie verfallenden Politikern ist das egal. Der Stromkunde muss dies alles über höhere Netzgebühren bezahlen.

Auch die Kosten für Regelkraftwerke steigen weiter

Die stark schwankenden Leistungen von Fakepower müssen durch Regelkraftwerke ausgeglichen und an die Nachfrageleistung angepasst werden. Die Regelkraftwerke im Teillastbetrieb oder gar in Bereitschaft werden mit fossilen Brennstoffen befeuert. Indirekt ist damit Fakepower nicht CO2-frei. Kraftwerke in Bereitschaft, also ohne Stromproduktion, benötigen etwa 10 Prozent der Volllast-Brennstoffmenge. Im Regelbereich wird nicht der optimale Wirkungsgrad erreicht. Durch die Vorrangeinspeisung von Fakepower werden Regelkosten in die Höhe getrieben. Sie sind von 100 Millionen Euro pro Jahr durch die Energiewende inzwischen auf 1.600 Millionen geklettert.

Nun sollen intelligente Zähler die Regelkosten drücken. Sie sollen mit den Großverbrauchern, den Waschmaschinen, Trocknern, Herden und Spülmaschinen vernetzt werden, die nur dann eingeschaltet werden, wenn Strom zur Verfügung steht. Bei Mangel bleiben sie abgeschaltet. Ein weiterer Großverbraucher, das Internet, soll aber nicht einbezogen werden. Natürlich muss dies alles vom Stromverbraucher bezahlt werden. Die Stromrechnung steigt weiter.

Falsche Entwicklungshilfe

Die Einnahmen aus den CO2-Zertifikaten sollen nach derzeitigen Angaben für den Bau von regenerativen Energieanlagen in Entwicklungsländern verwendet werden. Sie fließen ins Ausland. In vielen Fällen bieten sich Nichtregierungs-Organisationen, wie Greenpeace, an, den Bau von Fakepower-Anlagen in den Entwicklungsländern zu übernehmen. Sie werden damit staatlich finanziert ohne eine Kontrolle durch die Regierung oder das Parlament. Fakepower-Anlagen können keinen planbaren Strom erzeugen, der für eine industrielle Fertigung unerlässlich ist. Es wird teure und falsche Entwicklungshilfe betrieben.

Arbeitsplätze gehen verloren

Die CO2-Emissionen durch Steuern oder Zertifikate zu verteuern, ist der falsche Weg. Die Stromkosten steigen dadurch noch stärker. Die Kaufkraft sinkt und immer mehr Arbeitsplätze gehen verloren. Fast täglich liest man in den Zeitungen, dass große Firmen Entlassungen im großen Stil planen. Schaut man genauer hin, werden Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Immer mehr Haushalte können ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen und werden mit dem Abklemmen des Stroms von unserem gewohnten Wohlstand ausgeschlossen. Das führt zu wachsenden sozialen Spannungen. Was ist zu tun?

Es muss Schluss sein mit der Energiewende. Wir haben die Umwelt mehr als notwendig zerstört durch nunmehr über 30.000 Windgeneratoren, nahezu 2 Millionen Fotovoltaik-Anlagen und Monokulturen von Energiepflanzen. Das politische Ziel, dadurch die CO2-Emissionen zu verringern, wurde nicht erreicht. Dabei beruhen die eingetretenen Verringerungen der Emissionen zum Teil auch noch auf der Verlagerung von Industrien in das Ausland. Nach mehr als 20 Jahren finanzieller und politischer Unterstützung der Wende zur Fakepower-Erzeugung muss realisiert werden, dass die Wende keine Zukunftslösung ist.

Die Braunkohlekraftwerke sind die Basis der Stromerzeugung in Deutschland

Wirtschaftlich und mit der geringsten Umweltbelastung erzeugen wir unseren Strom mit Braunkohle und Kernenergie. Da die Kernenergie politisch in Deutschland nicht akzeptiert wird und die Abschaltung beschlossen wurde und weit fortgeschritten ist, bleibt nur die Braunkohle als Grundlastträger. Wir haben moderne Kraftwerke mit hohem Wirkungsgrad und effektiver Abgasreinigung. Diese Kraftwerke gilt es auszubauen und nicht stillzulegen. Sie erzeugen die Grundlast mit einer stabilen Frequenz dank ihrer großen Rotationsmassen. Steinkohlekraftwerke sollten wie schon früher wieder die Mittellast übernehmen und Gas- und Ölkraftwerke die Spitzenlasten. Die dafür notwendigen Kraftwerke und Hochspannungs-Netze sind alle vorhanden. Der (Stromnetz-) Effizienz-Stand Deutschlands ist mit weitem Abstand der höchste in der Welt, behangen mit dem Kosten-Ballast Energiewende (oder Fakepower) als Fußfessel.

Wann gibt es wieder in Deutschland eine Regierung und Politiker, die sachlich nach Fakten ohne ideologische Scheuklappen entscheiden? Wann werden in Deutschland wieder echte Fachleute gefragt? Für die sogenannte Kohlekommission wurden nur Pseudofachleute ernannt, die das von der Regierung gewollte Ergebnis präsentierten. Ist dies die Politik der Zukunft?

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.

Loading…