Gute Rahmenbedingungen für Social Entrepreneurs

B90Grüne Grüne Bundestagsfraktion / Stefan Kaminski

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Social Startups machen inzwischen 38 Prozent der deutschen Gründerlandschaft aus. Ashoka und McKinsey schätzen das finanzielle Potenzial von Sozialunternehmen auf 18 Milliarden Euro pro Jahr, das sind zum Beispiel mögliche volksliche Einsparungen durch innovative Lösungen. Wir können von den guten Ideen und den sozialen Innovationen der zahlreichen Sozialunternehmen in profitieren. Um das erreichen zu können, brauchen Social Startups aber viel bessere Rahmenbedingungen. Vor allem bei der Startfinanzierung haben es nachhaltige Sozialunternehmen schwer. Sie zielen nicht auf kurzfristige Rendite ab, sondern auf langfristiges Engagement für das Gemeinwohl.

Schulnote mangelhaft für die Bundesregierung

Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag vollmundig eine bessere Förderung von Social Entrepreneurship angekündigt. Statt einer umfassenden Strategie und einer Bearbeitung der dringendsten Probleme bei der Gründung von Social Startups hat die Bundesregierung aber nur ein Klein-Klein aus Einzelmaßnahmen umgesetzt. (Mehr dazu in der Antwort auf die Kleine Anfrage „Social Entrepreneurs als Akteure der ökologischen und sozialen Modernisierung der Wirtschaft stärken“.

Kein Wunder also, dass Sozialunternehmerinnen und Sozialunternehmer nur eine 4,6 als „Schulnote“ für die zur Förderung von Social Entrepreneurship und eine 4,4 für den Gründungsstandort geben (Quelle: Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2018).

Soziale Innovationen fördern

Mit unserem Antrag “Strategische Förderung und Unterstützung von Social Entrepreneurship in Deutschland”, wollen wir soziale Unternehmen besser unterstützen.

Wir fordern zum Beispiel:

  • Eine soziale Innovationsstrategie, die die bisherigen und zukünftigen Fördermaßnahmen für Sozialunternehmen in zusammenfasst und überprüfbar aufzeigt, inwiefern die Bundesregierung Social Entrepreneurship fördern und unterstützen wird, analog zu den vierzehn Ländern innerhalb Europas, die eine vergleichbare Strategie bereits ausgearbeitet haben.
  • Zielgruppenspezifische Finanzierungsinstrumente für Sozialunternehmen zu entwickeln, dazu die Programme der klassischen Gründungs- und Innovationsfinanzierung auszuweiten und zu prüfen, inwiefern eigene Finanzierungsinstrumente für die speziellen Anforderungen von auf gesellschaftlichen Mehrwert ausgerichteten Startups nötig sind.
  • Ähnlich zum High Tech Gründerfonds einen Matching-Fonds für Social Impact Investing, bei dem UnternehmensgründerInnen eine einfache Möglichkeit haben ihre Ideen vor potenziellen Investoren zu präsentieren.
  • Den Gründungszuschuss der Arbeitsagenturen nicht allein nach lichem Gewinn, sondern auch von Kriterien erfolgreicher Social Startups abhängig zu machen und den Vermittlungsvorrang zu überprüfen, damit qualifizierten Fachkräften die Anlaufphase auch zur Gründung oder Übernahme eines Sozialunternehmens erleichtert wird.

Gesellschaftliche Rendite statt kurzfristige Gewinnmaximierung

Es wäre ein großer Fehler, wenn wir das Potenzial von Sozialunternehmen nicht wahrnehmen würden. Sie zeigen, dass mit Kreativität und Innovationspotential liche Lösungen für soziale oder ökologische Herausforderungen gefunden werden können, auch wenn es statt um Gewinnmaximierung um gesellschaftliche Rendite geht. Damit können sie eine Vorbildfunktion für die gesamte übernehmen, auch was die soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten angeht.

Um den ökologischen und sozialen Herausforderung der Zukunft gerecht werden zu können, muss die Bundesregierung das Potenzial von Sozialunternehmen erkennen und entsprechende politische Rahmenbedingungen setzen.

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